70 US-Dollar Marke verteidigt

Die gestrige Nachrichtenlage war neutral einzustufen, da bullishe und bearishe Nachrichten sich egalisierten. Gewinnmitnahmen wurden nicht mitgenommen.

27.03.2018 | Robby Erkmann

Die politische Lage rund um den Konflikt mit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran bleibt angespannt. Der Stellvertreterkrieg im Jemen hält die Region in Aufruhe. So konnte Saudi-Arabien letzte Woche Raketen aus dem Jemen abfangen, die die Ölindustrie treffen sollten. Die Lage dürfte nicht ruhiger werden. Der Markt geht mit hoher Sicherheit davon aus, dass die USA Sanktionen gegen den Iran aussprechen werden, da Präsident Trump die verantwortlichen Positionen im Weißen Haus für einen härteren Kurs, durch Hardliner ersetzt hat. So wird der Iran stärker isoliert und wird sich wohl auch vom Atomdeal zurückziehen. Würde das geschehen und wieder versucht werden eine Atommacht zu werden, hatte Saudi-Arabien angekündigt, ebenfalls Nuklear aufrüsten zu wollen.

Die angespannte geopolitische Nachrichtenlage konnte somit die Ölpreise auf die 70 US-Dollar Marke heben. Lediglich die Situation mit Nordkorea ist aktuell wieder etwas erfreulicher, bedingt durch erste Annäherungen durch die Olympischen Spiele.

Chinesische Regierung gesprächsbereit

Die Regierung in Peking ist ungewohnt gesprächsoffen, um den Handelskrieg mit den USA zu vermeiden oder zu verringern. Hinter verschlossenen Türen wird aktuell wohl viel verhandelt. Diese Nachricht stützt die Preise grundlegend, da ein Handelskrieg das Wirtschaftswachstum gedämpft hätte, was gleichzeitig auch die Rohölnachfrage dämpft.

Doch China hat sich ein Stück weit unabhängig vom US-Dollar geprägten Handel mit Rohöl-Futures gemacht. So startete vor kurzem der eigene Handel mit Öl-Futures an der Börse in Shanghai.  Der Rohstoffhandel mit Öl findet bisher größtenteils in New York und London statt. Die Dominanz des US-Dollar als Weltwährung ist China schon länger ein Dorn im Auge. Nun ist es möglich, Preisschwankungen besser zu kontrollieren und auszugleichen. China ist seit kurzem der größte Ölimporteuer der Welt und hat daher ein enormes Interesse, die Preisbildung am Markt mitbestimmen zu können.

Mit stärkeren Preissteigerung ist in den nächsten Wochen nicht mehr zu rechnen, sofern die Nachrichtenlage nicht neue bullishe Impulse liefert. Fundamental sind die neu entstandenen Risiken wohl eingepreist.  Heute Morgen liegen die Rohölpreise an den Börsen etwas über dem Vortagesniveau. WTI kostet aktuell 65,68 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird augenblicklich mit 70,20 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland konnte daher ebenfalls nicht weiter zulegen und verharrt mit 63,85 Euro pro 100 Liter, auf dem aktuellen Niveau.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation