80 US-Dollar Marke geknackt

Gestern erreichte Brent die 80 US-Dollar Marke, die aber nicht gehalten werden konnte. Doch die Gesamtsituation am Markt verschärft sich weiter.

18.05.2018 | Robby Erkmann

So wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis diese Marke auch dauerhaft verteidigt werden kann. Der Ölriese Total schließt Rohölpreise von 90 US-Dollar nicht mehr aus, da die Versorgungslage zunehmend knapper wird, vor allem vor dem Hintergrund, dass nun neue Sanktionen gegen den Iran fällig werden. Der CEO von Total, Patrick Pouyanne, deutete an, dass man sich den Sanktionen aus den USA beugen wird. Demnach wird sich Total bis spätestens November aus den Projekten im Iran zurückziehen. Dass europäische Firmen von den Maßnahmen ausgenommen werden, gilt für Total als sehr unwahrscheinlich.

Die EU hat auf einem Treffen in Sofia dagegen beschlossen, sich nicht den USA anzuschließen. Daher werde man an dem Atomabkommen mit dem Iran festhalten, solange dieser die Spielregeln nicht missachtet. Gleichzeitig nimmt man Kritikpunkte am Abkommen auf und wird diese gegebenenfalls anpassen. Unternehmen die sich den US-Sanktionen beugen drohen außerdem Strafen aus der EU. Dafür könnte man notfalls die Verordnung Blocking Statue 2271/96 aus dem Jahr 1996 reaktivieren. Das würde EU Unternehmen verbieten sich aus dem Iran zurückzuziehen oder Niederlassungen zu schließen. Die Firmen sind daher in einer Art Zwickmühle. Einerseits drohen US-Sanktionen, sollte man weiter in Geschäftsbeziehungen mit dem Iran stehen. Andererseits drohen von Seiten der EU Sanktionen, wenn Geschäftsbeziehungen aufgegeben werden. Für kleinere Unternehmen sind Sanktionen aus den USA sicherlich nicht so schwerwiegend. Anders sieht es bei großen Konzernen aus, die dann in einem Dilemma stehen, zwischen zwei großen Wirtschaftsräumen.

Die OPEC bleibt hart

Laut einem offiziellen Statement aus Saudi-Arabien wird die aktuelle Verfügbarkeit von Öl als reichlich bezeichnet. Das macht die Hoffnung zunichte, dass die OPEC eventuell früher die Förderbegrenzungen auflockert, oder sogar aufhebt. Denn zuvor hatte eine Meldung für Hoffnung gesorgt, als der saudische Energieminister seine Unzufriedenheit ausdrückte, dass die Marktvolatilität zu hoch sei. Im Gespräch mit dem indischen Energieminister sagte der saudische Amtskollege, dass man für eine angemessene Verfügbarkeit sorgen werde. Gleiche Einschätzung hat auch Goldman Sachs. Laut den dortigen Analysten wird die OPEC nicht an der Förderschraube drehen, um Angebotsausfälle aus dem Iran oder Venezuela zu kompensieren.

Dieser doch sehr bullishe Ausblick hat auch die Heizölpreise befeuert. Im bundesweiten Durchschnitt liegt der Heizölpreis nun bei 72,96 Euro pro 100 Liter und ist damit fast 2 Euro im Durchschnitt teurer, als ein Tag zuvor. Die Rohölpreise sind heute Morgen fast unverändert. Brent kostet 79,55 US-Dollar pro Barrel. WTI notiert aktuell bei 71,65 US-Dollar pro Barrel.

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