80 US-Dollar Marke wird gehalten

Waren in den vergangenen Monaten die Notierungen nach Erreichen der 80 US-Dollar Marke wieder zurückgefallen, können die neuen Hochs nun gehalten werden.

01.10.2018 | Robby Erkmann

In den USA wurden die endgültige Ölförderung für Juli veröffentlicht. Im Monat Juli wurden dort 10,964 Mio. B/T Rohöl gefördert. Für die offizielle Ölförderung ist das ein Rekordniveau, auch wenn die wöchentlichen Daten des DOE bereits von einer Rohölförderung von 11 Mio. B/T sprechen. Doch diese Zahlen sind immer ein wenig ungenau und werden daher im Nachhinein korrigiert. Ähnliche Fortschritte hat Russland gemacht. Dort lag die Ölförderung bei 11,347 Mio. B/T. Das entspricht ebenfalls einem Rekordniveau. Für den restlichen Monate versucht der russische Energieminister den Markt zu beruhigen, indem er versprochen hat, die Ölförderung um etwa 300.000 B/T zu erhöhen.

Zwar sind die Meldung bearish, doch der Markt reagiert auf diese News kaum, da viele Markteinschätzungen von Experten die Rohölpreise noch höher als aktuell einschätzen. Der Vorstandsvorsitzende vom französischen Ölriesen Total, sprach zuletzt von der Möglichkeit, dass die Ölpreise auf das Niveau von 2014 zurückkehren könnten. Seinerzeit lagen die Ölnotierungen über 100 US-Dollar pro Barrel. Ein solches Szenario mit derart hohen Preisen wünscht allerdings niemand, erst recht nicht US-Präsident Trump, der damit einige Wähler verstimmen würde.

Ölmarkt kommt nicht zur Ruhe

So sorgen beunruhigende Neuigkeiten aus Nigeria dafür, dass der Markt noch stärker unterversorgt sein könnte. Die beiden großen Ölgewerkschaften PENGASSAN und NUPENG haben vor zwei Wochen zum Generalstreik aufgerufen. Dem Aufruf folgten die Arbeitnehmervertreter nicht, doch jetzt stehen die Zeichen doch auf Streik, sofern sich Verhandlungen zu keinem Ergebnis führen. So wolle man die Ölproduktion geordnet niederlegen, wenn in den nächsten zwei Wochen kein Ergebnis erzielt wird. Glücklicherweise ist damit die Ölproduktion noch nicht betroffen, doch das kann sich noch bevor die Sanktionen gegen die Ölindustrie Irans beginnen ändern. Weitere Angebotsausfälle können die Marktteilnehmer nicht auffangen, die mit den jetzigen fehlenden Exportmengen schon überfordert sind. Nigerias Ölförderung lag im August bei 1,73 Mio. B/T. Die geplante durchschnittliche Fördermenge von 2,3 Mio. B/T für das Jahr 2019 klingt angesichts dessen, utopisch. In Nigeria kommt es immer wieder zu Streikaufrufen oder Anschlägen auf die Ölindustrie.

WTI kostet heute Morgen 73,32 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert bei 82,77 US-Dollar pro Barrel. Beide Referenzsorten machen nicht den Eindruck, dass es kurzfristig zu einer Abwärtsbewegung kommt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland kennt weiterhin nur den Weg nach oben. Zu Wochenbeginn kosten im Bundesdurchschnitt 100 Liter Heizöl 79,62 Euro. Damit wird wohl bald die 80 Euro-Marke geknackt werden.

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