Absprachen beruhigen die Preise

Der saudische und russische Energieminister haben mitgeteilt, dass die Produktion wie versprochen um 1,0 Mio. B/T angehoben werden kann.

04.07.2018 | Robby Erkmann

Damit ist die Aussage Trumps wohl widerlegt. Dieser hatte mitgeteilt, dass der saudische Kronprinz zugestimmt hat, die Ölförderung Saudi-Arabiens um 2,0 Mio. B/T anzuheben. Denn dem US-Präsidenten sind die hohen Preise weiter ein Dorn im Auge, obwohl diese teilweise selbst verschuldete sind. So stützen einmal wie erneuten von den USA veranlassten Wirtschaftssanktionen gegen den Iran die Ölpreise und die verschärften Sanktionen gegen Venezuela. Ob die Förderanhebung um 1,0 Mio. B/T hilft bleibt weiterhin fraglich. Zwar habe die OPEC-Sitzung in Wien die Anhebung der Fördermenge beschlossen, doch da waren die veränderten Marktbedingungen noch nicht bekannt. Dennoch stützt der Ausblick, dass die Ölfördermengen nicht auf die Angebotsengpässe angepasst werden die Ölpreise, die somit auf ihrem Niveau verharren.

Unterdessen kündigte das staatliche Ölunternehmen von Abu Dhabi an, die Fördermengen ebenfalls kurzfristig erhöhen zu können. Demnach kann der Staatskonzern die eigene Ölproduktion um mehrere Hunderttausend Barrel anheben, um den Angebotsengpässen entgegenzuwirken. Abu Dhabi hat die größten Ölreserven der V.A.E. und produziert aktuell etwa 2,9 Mio. B/T. Die maximale Förderkapazität beträgt aktuell 3,3 Mio. B/T. Bis Ende des Jahres soll dieser Wert auf 3,5 Mio. B/T ausgebaut werden.

Kann Preisrallye vermieden werden?

Saudi-Arabien und andere Staaten sind bereit, den Markt weiter in Balance zu halten. Ob das über den Sommermonaten gelingen kann ist fraglich, denn der Markt muss auf deutliche Mengen Rohöl verzichten, durch ungeplante Produktionsengpässe. Die neuerlichen Aussagen unterstreichen einmal mehr, dass Saudi-Arabien kein Interesse an steigende Ölpreise hat, die sich negativ auf die Nachfrage und das Wirtschaftswachstum auswirken.

Kurzfristig fehlen dem Markt aktuell etwa 850.000 B/T aus Libyen, die wohl etwas längerfristig ausfallen werden. Außerdem produziert Kanada etwa 360.000 B/T weniger Rohöl. Dieser Umstand in Kanada wird laut bisherigen Meldungen noch den kompletten Juli anhalten. Damit stehen auf der Angebotsseite mindestens 1,0 Mio. B/T weniger. Analyst Vandana Hari sieht unter diesen Umständen den Markt weiter als bullish an. Er ist der Meinung, dass die Produktionserhöhung der OPEC aktuell nicht ausreichen, um ein Gleichgewicht am Markt herbeizuführen. Die Preise werden seiner Einschätzung nach in der Spanne von 70 bis 80 US-Dollar pro Barrel bleiben. Dabei stellen 70 US-Dollar den Boden dar, den wohl die OPEC gerne etablieren würde, sofern sie kann.

WTI kostet im Augenblick 73,73 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert aktuell bei 77,92 US-Dollar pro Barrel. Für 100 Liter Heizöl muss heute im Bundesdurchschnitt 70,26 Euro bezahlt werden. Damit liegt der Heizölpreis etwas tiefer als gestern.

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