Angst vor Angebotsengpässen

Die Rohölförderung wird wohl noch dieses Jahr durch OPEC und Nicht-OPEC Staaten deutlich erhöht werden, damit die Preise konstant bleiben.

31.07.2018 | Robby Erkmann

Das zumindest hat der russische Energieminister Alexander Nowak angekündigt. Demnach sollen weitere 1 Mio. B/T bei Bedarf gefördert werden. Russland ist derzeitig im Begriff die heimische Rohölförderung weiter auszubauen. Kurzfristig soll die Angebotsmenge, die Russland produzieren kann um 250.000 B/T steigen. Für das kommende Jahr ist ein Angebotsausbau der Förderkapazität um 80.000 B/T geplant. Russland gleicht mit diesen Mengen die mit der OPEC vereinbarten Produktionskürzungen fast komplett aus. Zwar betonte der russische Energieminister, dass man weiter am Abkommen mit der OPEC festhalten wird, so wie es seit Anfang 2017 beschlossen wurde, doch die Zeichen können dennoch auf Abschied stehen. Demnach meldete ein Vertreter eines OPEC-Mitglieds der nicht genannt werden möchte, dass Russland und Saudi-Arabien im Einvernehmen beschlossen haben die Förderquoten nicht mehr einzuhalten. Ob es wirklich schlecht um eine weitere Zusammenarbeit bestellt wird, bleibt ungewiss. Es ist jedoch klar, dass alle Seiten ein großes Interesse daran haben, die Rohölpreise konstant zu halten.
Inwiefern dann eine kurzfristige Reaktion notwendig ist, wenn die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran die Rohölversorgung drastisch reduziert bleibt abzuwarten. Der Kommentar und das Handeln Russlands und Saudi-Arabien dürfte vor allem auch als vorbeugende Maßnahme gesehen werden. Denn bisher gilt noch die Übergangsfrist von sechs Monaten, sodass die Sanktionen gegen den Iran noch nicht voll wirken.

USA sind gesprächsbereit

Mit diesem Kommentar überraschte Trump die Experten und den Ölmarkt. Der US-Präsident sei ihm zufolge bereit, mit dem Iran Gespräche zu führen, um eine Lösung im aktuellen Streit zu finden. All das soll ohne Bedingungen erfolgen. Allerdings ist das Ziel Trumps weiterhin ein besseres Atomabkommen auszuhandeln, als sein Vorgänger Obama es tat. Damit werden auch die aktuellen Spannungen zwischen beiden Staaten abgebaut, die in de Wochen zuvor stetig zugenommen haben. Trump betonte, dass ihm sehr an ein Treffen gelegen ist, insbesondere wenn es im Kriege und Tod geht. Die Entwicklung der Beziehung zum Iran wird maßgeblichen Einfluss auf die Rohölpreise haben. Sollte ein neues Abkommen erzielt werden können und die Sanktionen damit hinfällig wären, so würden die Ölpreise deutlich nachgeben. Der Markt könnte regelrecht geflutet werden, da die vorhergesagten Angebotsausfälle von 0,7 bis 1,5 Mio. B/T ausblieben würden.

Brent kostet heute Morgen74,69 US-Dollar pro Barrel und die amerikanische Sorte WTI kostet im Moment 69,75 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte notieren heute Früh leicht im Minus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 69,87 Euro pro 100 Liter.

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