Angst vor Flächenbrand

Die militärische Auseinandersetzung zwischen dem Iran und Israel besorgt den Rohölmarkt zusätzlich und könnte die Preise weiter antreiben.

11.05.2018 | Robby Erkmann

Die Lage ist sehr ernst im Nahen und Mittleren Osten. Das erklärt auch die Stellungnahmen Ranghoher Politiker, die zu Frieden und Gespräche auffordern. Merkel warnte, dass es bei dem Schlagabtausch um Krieg oder Frieden gehe. Auch der russische Außenminister Lawrow ist sehr beunruhigt und forderte beide Parteien auf die Probleme mit Gesprächen zu lösen, anstatt mit Waffengewalt. UN-Generalsekretär Guterres forderte ebenfalls beide Parteien auf, die Feindseligkeiten sofort zu Beenden und warnte vor einen neuen Flächenbrand in der Region. Sein Sprecher Dujarric erklärte, dass Duterres die Berichte über Angriffe auf den Golanhöhen mit großer Sorge verfolgt hat.

Die Regierung in Teheran dagegen dementierte eine Beteiligung der iranischen Armee an den Angriffen auf den Golanhöhen. Demnach seien, dies erfundene Unterstellungen durch Israel, damit weitere Angriffe auf syrische Ziele zu rechtfertigen. Daher kritisierte er auch die Reaktionen der internationalen Staatengemeinschaft.

Israel machte nochmals seine Haltung deutlich, dass es nicht zusehen wird, wie der Iran im Syrien Einfluss nimmt und dort Al-Kuds Brigaden etabliert, so Präsident Netanjahu. Man sei nicht an einer Eskalation interessiert, erklärte Netanjahu. Dennoch werde man nicht akzeptieren, dass der Iran in Syrien eine Militärpräsenz aufbaut, die zum Zweck hat, Israel zu attackieren.

Dass ein Golfstaat, wie Bahrain die Reaktion Israels verteidigt ist dagegen sehr verwunderlich. Denn Bahrain unterhält, wie viele andere Staaten in der Region keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Es herrscht weiterhin eine hohe Abneigung in der Region, gegenüber Israel. Im Zuge der Entwicklung des Konflikts hatte auch Saudi-Arabien seine Haltung gegenüber Israel gemildert. Bahrains Außenminister sagte, dass jedes Land das Recht habe sich zu verteidigen und Quellen der Gefahr zu zerstören, sofern der Iran weiter die Region destabilisiert und Länder mit ihren Truppen und Raketen verletzt.

So sorgt der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen für neue Sanktionen gegenüber dem Iran. Das kann die ohnehin knappe Versorgungslage deutlich verschärfen und hat den Preisen neuen Aufwärtsschub gegeben. Andererseits sind die neusten politischen Meldungen ebenfalls Zündstoff für weiter steigende Preise, die daher deutlich zulegen konnten. Das Barrel WTI hat nun auch die 70 US-Dollar Marke geknackt und kostet aktuell 71,27 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent notiert im Augenblick bei 77,25 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat daher ebenfalls einen Sprung nach oben gemacht. 100 Liter Heizöl kosten heute im Bundesdurchschnitt 70,28 Euro.

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