Annäherung bleibt kompliziert

Die Einladung Trumps, der Gesprächsbereitschaft gezeigt hatte, um den Konflikt mit dem Iran zu lösen, stößt bei dem Iran auf Ablehnung.

01.08.2018 | Robby Erkmann

Der iranische Präsident Hassan Ruhani meldete sich aufgrund der Neuigkeiten zu Wort. Bei einem Gespräch mit dem britischen Außenminister bezeichnete er die Beendigung des Atomabkommens durch die USA weiter als unrechtmäßig. Er ist der Meinung, dass der Ball aktuell im Feld Europas liege, wie es auf seiner offiziellen Homepage steht. Er betonte jedoch, dass man nie versucht habe, Spannungen in der Region zu erzeugen. Dazu gehört auch die Vermeidung von Konflikten auf internationalen Wasserstraßen. Doch das Recht, Rohöl zu exportieren werde man sich nicht einfach verbieten lassen. Daher könnte die Drohung durchaus ernst gemeint sein, dass man die Straße von Hormuz blockiert, die einer der wichtigsten Seewege für Rohöllieferungen nach Europa ist. Der iranische Außenminister Qassemi bezeichnete die USA aktuell als völlig unzuverlässig, weshalb ein Dialog aktuell nicht möglich sei.
Eine Konfliktlösung scheint damit weiter sehr unwahrscheinlich, dabei könnte das die weltweite Rohölversorgung deutlich verbessern, die aktuell immer noch sehr angespannt ist.

Rohölversorgung deutlich knapper

Die US Energieministerium hat gestern angepasste Zahlen zur Rohölförderung im Mai herausgegeben. Die Produktionsrate für Mai wurde überraschenderweise nach unten korrigiert. Demnach wurden im Monat Mai nur 10,44 Mio. B/T gefördert. Die tatsächliche Fördermenge lag damit deutlich unter der damaligen Schätzung von 10,7 Mio. B/T. Die aktuellen Schätzungen des DOE besagen, dass die USA 11,0 Mio. B/T Rohöl fördern. Durch die aufgedeckte Abweichung muss diese Schätzung ebenfalls angepasst werden, wonach die gesamte Rohölförderung der USA nur bei 10,7 Mio. liegen dürfte. Somit fehlen der Statistik etwa 300.000 B/T an Rohöl.


Die ab November in Kraft tretenden Sanktionen gegen den Iran werden die Rohölversorgung weiter verknappen. So zeigen Zahlen der internationalen Energieagentur aktuell, dass der Ölmarkt weiter unterversorgt ist. Die IEA spricht von einer durchschnittlichen weltweiten Nachfrage von 99,1 Mio. B/T. Dem steht ein durchschnittliches Angebot von 98,8 Mio. B/T gegenüber. Für das kommende Jahr soll die Nachfrage auf 100,5 Mio. B/T anwachsen. Wer die zusätzlich nachgefragten Rohölmengen fördern kann, ist aktuell ungeklärt. Die Kapazitätsgrenze von Saudi-Arabien liegt bei 10,6 Mio. B/T und die aktuelle Förderung beträgt 10,3 Mio. B/T. Daher sind größere Angebotssteigerungen durch Saudi-Arabien nicht mehr möglich.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute wieder etwas tiefer als gestern. Für 100 Liter Heizöl wird im Bundesdurchschnitt 69,73 Euro bezahlt. Die Rohölpreise befinden sich auf dem Niveau der letzten zwei Wochen. Brent kostet aktuell 73,79 US-Dollar pro Barrel. WTI wird aktuell für 68,26 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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