Irans Exporte könnten steigen

Diese Möglichkeit wird viele Experten überraschen, doch dass die USA mehr Ausnahmegenehmigungen erteilen als gedacht, ist ungewöhnlich.

06.11.2018 | Robby Erkmann

Ein neues Abkommen würde das aktuelle angeschlagene Wirtschaftswachstum stützen und damit auch die Ölnachfrage beflügeln. Diese wurde zuletzt von vielen Organisationen und Analysten niedriger eingeschätzt. Insbesondere machen die Schwellenländer weiter Probleme. Ein langsameres Wirtschaftswachstum bedeutet ein deutlich geringeres Ölnachfragewachstum. Das lässt den Ölmarkt aktuell weniger knapp dastehen, obwohl die Sanktionen gegen den Iran aktuell voll in kraft getreten sind. Damit wird nun auch die Ölindustrie mit Sanktionen belegt. Ob Präsident Trump die Annäherung ernst meint, bleibt fraglich. Marktteilnehmer sehen darin auch einen taktischen Feldzug, um die Ölpreise auf Talfahrt zu schicken. In den USA stehen heute die wichtigen Kongresswahlen an.

Doch Hoffnung auf niedrigere Ölpreise macht auch die Entwicklung der Ölinfrastruktur in den USA. Die Infrastruktur konnte mit dem rapiden Wachstum der Schieferölindustrie nicht mithalten, sodass es zu Transportengpässen kam. Dieses Problem soll ab der zweiten Jahreshälfte 2019 größtenteils beseitigt sein. Damit Abnehmer lange Lieferzeiten in Kauf nehmen, wird WTI noch mit hohen Preisabschlägen in den Markt gedrückt. Deshalb bleibt der Preisunterschied zwischen Brent und WTI auch recht konstant bei etwa zehn US-Dollar pro Barrel.

Die Ölpreise steigen heute Morgen nur leicht und zeigen damit kaum eine Reaktion auf den Konflikt zwischen den USA und Iran. WTI kostet im Moment 62,83 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet 72,74 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 88,08 Euro pro 100 Liter. Heizöl bleibt weiterhin sehr teuer, unabhängig von den sinkenden Rohölpreisen der letzten Wochen. Denn die Lieferaufschläge bleiben aufgrund der Pegelstände in Deutschland sehr hoch.

Ruhani bleibt hart

Der iranische Präsident zeigt den USA die kalte Schulter und verurteilte die einseitigen Sanktionen der USA erneut. Eine Annäherung beider Staaten ist aktuell nicht in Sicht. Anderseits sind die Auswirkungen dieses Konfliktes bisher gering. Die Preisrallye, die bis Anfang Oktober vorherrschte ist längst vergessen und die Ölpreise sind in der Bandbreite, die die OPEC sich wünscht. Das bedeutet aber auch, dass die Beziehungen der OPEC und Iran ebenfalls geschwächt sind, da Saudi-Arabien und die USA weiterhin an einem Strang ziehen. Ungeachtet dessen, sind die Signale am Markt vorwiegend darauf ausgerichtet, dass die Ölpreise keinen neuen Sprung nach oben tätigen.

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