Aussichten bleiben kritisch

Positive Nachrichten für Ölkunden bleiben eine Seltenheit. Das letzte Quartal bleibt eine Herausforderung, um die Ölpreise stabil zu halten.

11.10.2018 | Robby Erkmann

Zuletzt warnte der Chef der Internationalen Energie Agentur Fatih Birol vor zu vielen Risiken. Gegenüber Bloomberg erklärte er, dass der Markt mehr Rohöl benötigt, da die Nachfrage nicht signifikant nachlässt. Demnach müssen die großen Ölproduzenten eingreifen, da die letzten Monate des Jahres noch schwieriger werden würden, so Birol. Damit sprach er auf der Fachkonferenz Oil&Money in London direkt das OPEC-Ölkartell an. Normalerweise wählt Birol weniger drastische Worte und ist ein zurückhaltender Typ, doch die jetzige Situation veranlasste ihn zu deutlichen Worten. Außerdem befürchtet er, die hohen Ölpreise könnten das ohnehin ins Stocken geratene Wirtschaftswachstum weiter abschwächen. Gleichzeitig ist er weiter besorgt über die Situation in Venezuela. Dort wird die Ölproduktion bald unter 1,0 Mio. B/T liegen, weshalb eine Erhöhung der Ölproduktion anderer Staaten noch wichtiger wird. Analysten der Bank of America Meryll Lynch sehen zu hohe Ölpreise, als eins von drei Hauptrisiken für die Weltwirtschaft, neben einer neuen Euro-Krise und einer Eskalation des Handelskonfliktes. Ölpreise von über 100 US-Dollar reduzieren das globale Wachstum um 0,2 Prozent, laut den Prognosen der Experten.

Eine Besserung der globalen Risiken ist daher nicht in Sicht und hält die Ölpreise auf einem hohen Niveau. Im Moment erreichen die Ölpreise zwar keine neuen Höchstpreise, doch das Potential für weitere Preissteigerungen ist durchaus gegeben.

Die 100 US-Dollar Wette

Daten eine Börsenbetreibers haben ergeben, dass seit dem Anstieg der Ölpreise, auch die gehandelten Optionen auf den Ölpreis immens zugenommen haben. Damit können Marktteilnehmer Rohöl zu einem festgelegten Preis kaufen, oder verkaufen. Gleichzeitig hat sich auch der Wert der Öl-Futures stark gesteigert, die auf einen Ölpreis von über 100 US-Dollar bis Januar 2019 wetten. Im September lag der Wert noch doppelt so niedrig, wie jetzt im Oktober. Die meisten Analysten behalten ihre bullishe Preiseinschätzung bei. Die Preiserwartungen gehen aber stark auseinander, denn selbst Experten haben im Moment große Schwierigkeiten ein verlässliches Preisniveau abzuschätzen.

Rohöl notiert heute Morgen leicht im Minus und verhindert vorerst neue Preissteigerungen. Brent notiert zurzeit bei 82,14 US-Dollar pro Barrel und WTI knapp 100 US-Dollar niedriger mit 72,33 US-Dollar pro Barrel. Im Gegensatz dazu hat der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland nicht nachgegeben. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 83,76 Euro und liegt damit höher als gestern.

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