Birol warnt die OPEC

Die US-Rohölvorräte sind erneut gestiegen, von einer allgemeinen Verbesserung der Versorgungslage kann aber nur kurzfristig gesprochen werden.

26.10.2018 | Robby Erkmann

Daher warnt der Chef der IEA, Fatih Birol die OPEC-Staaten. Seiner Einschätzung nach müsste die OPEC bei der Vollversammlung im Dezember weitere Produktionssteigerungen beschließen. Sonst könne eine angemessene Versorgung mit Rohöl nicht gewährlistet werden, denn die aktuell relativ gute Versorgung sei nur eine Momentaufnahme. Er befürchtet sonst negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, die aktuell ohnehin unter Druck stehe. Eine gesunde globale Wirtschaft braucht eine gute Versorgung mit Rohöl. Da in Venezuela und dem Iran weiter rückläufige Rohölförderungsraten erwartet werden, dürfte die OPEC dem nicht Tatenlos zuschauen. Die kommenden Monate könnten ohne entsprechendes Handeln sehr schwierig werden, so die Warnung von Birol.

Dagegen hat Saudi-Arabien eine ganz andere Einstellung. Neuerdings wurde deutlich, dass Saudi-Arabien eine Überversorgung in 4. Quartal befürchtet. Begründet wurde dies, dass die Rohölvorräte in den USA zuletzt deutlich gestiegen sind und nicht mehr unter dem 5-Jahresdurchschnitt liegen. Eine Überversorgung würde den Markt destabilisieren, so der saudische Repräsentant bei der OPEC, al-Aama. Rückendeckung bekam al-Aama von al-Falih, dem saudischen Ölminister. Deshalb werde man Überdenken, ob die Rohölförderung weiter gesteigert werden müsse.

US-Bestände wieder gestiegen

Die Rohölvorräte sind in den USA, trotz einer gestiegenen Raffinerieauslastung um 6,3 Mio. Barrel gestiegen. Die Erwartungen der Experten lagen deutlich niedriger. Insgesamt begünstigt die Raffinerieauslastung die Aufbauten, da diese weiter gering ist. Die Exporte stiegen um 2,8 Mio. Barrel, was die Rohölaufbauten damit noch bearisher wirken lässt. Die Vorräte sind damit um 28 Mio. Barrel angestiegen und dass nur innerhalb der letzten fünf Wochen. Positiv war dagegen, dass die Nachfrage nach Benzin und Destillaten angestiegen ist, was die Abnahme der Bestände in diesen Bereichen erklärt. Die Nachfrage nach Ölprodukten ist wieder auf einem ordentlichen Niveau von 21,5 Mio. B/T gestiegen. Insgesamt bleibt die Wirkung der US-Bestandsdaten dennoch bearish, sodass die Rohölpreise an den Börsen verhalten geblieben sind.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland war entgegen des Trends der Rohölnotierungen erneut gestiegen. Die Versorgung über den Rhein und anderen Flüsse bleibt aufgrund der niedrigen Pegelstände extrem angespannt. Mineralölunternehmen steigen bei den Transporten auch auf LKWs und Schienen um, da einige Tankstellen zeitweise mit leeren Tanks zu kämpfen haben. Die Lieferaufschläge haben daher den durchschnittlichen Heizölpreis in Deutschland auf ein neues Jahreshoch geschickt. 100 Liter Heizöl kosten heute 88,04 Euro. Der Rohölpreis an den Börsen ist heute Morgen leicht gefallen. WTI kostet im Moment 66,71 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert bei einen Preis von 76,32 US-Dollar pro Barrel.

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