Brent rutscht wieder ab

Das Preisniveau von 70 US-Dollar pro Barrel konnte die Nordseesorte Brent nicht halten. Aktuell fehlt es an stützenden Nachrichten vor Ostern.

28.03.2018 | Robby Erkmann

Doch im gestrigen Tagesverlauf konnten die Ölpreise zuerst einige Widerstände überspringen, weil die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China weiter konkrete Formen annehmen. Doch im späten Handel ging es dann bergab, da der teilweise überraschende Preisanstieg bei den Händlern Gewinnmitnahmen ausgelöst hatte. Verstärkt wurde der Abwärtseffekt durch die dann veröffentlichten US-Ölbestandszahlen des API.

Demnach sind die US-Rohölbestände in der Vorwoche um 5,3 Mio. Barrel gestiegen. Der hohe Aufbau bei den Beständen könnte mit der ungewöhnlich hohen Raffinerieverarbeitungsquote zusammenhängen. Die Raffinerieauslastung wird begünstigt, von den für diese Jahreszeit stattfindenden Raffineriewartungsarbeiten. Für die Produktbestände meldete das API höhere Abbauten als erwartet worden war. Die Destillatvorräte sind demnach um 2,2 anstatt 1,6 Mio. Barrel gesunken. Bei Benzin fällt der Abbau noch größer aus. Dieser liegt laut API bei 5,8 Mio. Barrel, wohingegen nur 1,6 Mio. Barrel erwartet worden waren. Die DOE-Zahlen werden heute Nachmittag dann für mehr Aufschluss sorgen.

Unverändertes Spannungsfeld

Auf der einen Seite agiert immer noch die US-Schieferölindustrie, die weiter dabei ist ihre Förderkapazitäten auszubauen. Das gelingt aufgrund des aktuellen hohen Preisniveaus, aktuell noch besser als zuvor. Die Gewinnmargen in der US-Schieferölindustrie dürften damit deutlich höher liegen. Ohnehin ist die Rentabilität der US-Ölindustrie bestens aufgestellt, da man während des starken Preisverfalls der letzten Jahre, die eigenen Kosten stark reduziert hat, was sich nun auszuzahlen beginnt.

Auf der anderen Seite stehen aktuell die geopolitischen Spannungen im Vordergrund, anstatt das Handeln der OPEC. Hier ist weiterhin ungewiss wie hoch die Verwerfungen am Ölmarkt sind, sofern die USA die Sanktionen gegen den Iran ausweiten und das Atomabkommen aufkündigen. Allerdings hegen viele Händler kaum Zweifel daran, dass die Außenpolitik gegenüber dem Iran eine Kehrtwende erfährt.  Diese Ungewissheit sorgt aktuell dafür, dass das Preisniveau unverändert hoch bleibt, wenngleich die Preise zuletzt etwas nachgegeben haben. Dagegen sinkt das allgemeine Risiko von Straf- und Wirtschaftszöllen, was den Markt entspannt, da von solchen Maßnahmen oftmals, das Wirtschaftswachstum und damit auch der weltweite Ölverbrauch negativ beeinflusst werden würde.

Weitere Preissteigerungen sind daher vorerst nicht zu erwarten. WTI und Brent sind heute Morgen fast unverändert. Ein Barrel der Sorte WTI kostet im Moment 64,71 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent bleibt leicht unter 70 US-Dollar und kostet 69,70 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat heute ein neues Monatshoch erreicht. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesschnitt aktuell 64,30 Euro.

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