China setzt Rohölimporte aus

Als eine neue Reaktion auf den Handelskrieg, hat der staatlich chinesische Raffineriekonzern Sinopec angekündigt, vorerst kein US-Rohöl zu importieren.

06.08.2018 | Robby Erkmann

Chinas größter Raffineriebetreiber hat bisher für den Lieferzeitraum September keine Rohölmengen gekauft. Das werde Insidern zufolge so bleiben, bis es feststeht, wann die chinesische Gegenmaßnahme in Kraft treten. Diese werden dann Rohölimporte aus den USA mit einem Strafzoll von 25 Prozent belegen. Aktuell wird durch Sinopec schon deutlich weniger Rohöl aus den USA importiert. China ist in letzter Zeit einer der wichtigsten Abnehmer für die amerikanische Rohölindustrie geworden. Die Auswirkungen dürften daher deutlich zu spüren sein. Offizieller Grund ist der aktuell geringe Preisabschlag zu der Nordseesorte Brent. Dadurch rentiere sich der längere Transportweg aus den USA kaum noch. Daher wurden für Juli bereits nur vier Supertanker bestellt. Im Vormonat Juni waren es noch sieben Supertanker. Die Importmengen im Juni betrugen laut ClipperData noch 500.000 B/T und dürften infolge des Handelsstreits deutlich niedriger liegen.

Geringere Ölförderung stützt Preise

Die saudische Rohölförderung liegt nach der jüngsten Meldung niedriger, als zuvor von Experten angenommen. Die neuste Bloombergumfrage unter Experten ergab eine Rohölförderung von 10,65 Mio. B/T. Insgesamt fördert die OPEC zurzeit 32,6 Mio. B/T. Anonyme bleibende Vertreter der OPEC gaben an, dass die Produktionsmengen für Saudi-Arabien im Juli bei 10,49 Mio. B/T lagen. Zieht man eine Auswertung aus Sekundärquellen heran, liegt die Ölförderung des saudischen Königreichs nur bei 10,3 Mio. B/T. Doch kann die geringere Rohölförderung auch mit einer schwächeren Nachfrage im Zusammenhang stehen. Dafür sprechen auch Preissenkungen durch Saudi-Arabien für Liefermengen im September, die für die Jahreszeit ungewöhnlich sind. So hat Saudi-Arabien aktuell wohl Probleme die zusätzlich produzierten Rohölmengen am Markt zu verkaufen.
Sofern die US-Sanktionen gegen den Iran demnächst ihre erste Auswirkungen auf die Rohölexporte des Iran haben, wird der Versorgung mit Rohöl wieder deutlich knapper. Insofern rechtfertigt diese Tatsache auch, die geringen Preisschwankungen. Aktuell liegen die Rohölausfuhren des Irans etwa 430.000 B/T niedriger, als im April und werden laut Experten bis November noch weiter sinken. Stützende und reduzierende Meldungen gleichen sich somit aus und halten die Ölpreise in der Preisspanne der letzten Wochen.

Die Rohölpreise bleiben heute Morgen ohne große Schwankungen. WTI notiert aktuell bei 68,75 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet heute früh 73,40 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute mit 70,16 Euro wieder über 70 Euro pro 100 Liter.

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