Chinesische Zahlen stützen Preise

Die Rohölpreise konnten gestern ihre Notierungen verteidigen. Begünstigt wird das aktuelle Preisniveau durch positive Verbrauchszahlen aus China.

29.08.2018 | Robby Erkmann

Analysten der ING Bank meldeten für Mitte August ein neues Hoch für die chinesische Raffinerieauslastung, die demnach bei 66 Prozent gelegen haben soll. Das beruhigt aktuell den Markt, der befürchtet, dass die Ölnachfrage aus China nachlassen könnten, wenn im Handelsstreit mit den USA keine Lösung gefunden wird. Eine andere positive  Meldung  zur Lage in China hat die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht. Demnach ist die Nachfrage nach Rohöl der unabhängigen Raffinerien in China um 1,4 Mio. B/T, deutlich gestiegen. Die Raffineriebetreiber importierten somit im bisherigen August 40 Prozent mehr Rohöl als im Vormonat.

Ebenfalls preisstützend ist eine von der saudischen Armee angefangene Rakete der Huthi-Rebellen, die versucht hatten, die Stadt Najran zu treffen. Erst Mitte Juli wurde ein saudischer Öltanker von den Huthi-Rebellen beschossen, der die Meerenge Bab el-Mandeb durchqueren wollte. Daraufhin stellte Saudi-Arabien den Schiffsverkehr durch die Meeresenge komplett ein. Schiffe nach Europa hätten damit den Umweg über Südafrika nehmen müssen. Ende Juli finden Friedensverhandlungen unter saudischer Führung an, um den Konflikt zu lösen. Mit der neuerlichen Attacke wird die Risikoprämie weiter etabliert bleiben und verhindert so Preisnachlässe an den Ölbörsen.

Spritpreise auf Jahreshoch

Der August ist prinzipiell der teuerste Monat um Benzin und Diesel zu tanken, da die Nachfrage durch die Ferien und dem Urlaubsverkehr sehr groß ist. Jetzt wo der Rückreiseverkehr beginnt, haben die Preise an den Tankstellen neue Jahresrekorde erreicht. Die Nordseesorte Brent ist innerhalb der letzten 14 Tage um 6 US-Dollar pro Barrel, auf insgesamt 76 US-Dollar pro Barrel angestiegen. Das begünstigt  das neue Jahreshoch natürlich, doch die Nachfrage spielt selbstverständlich auch eine wesentliche Rolle. Damit kann auch der Heizölpreis weiter deutlich steigen, wenn die Nachfrage mit Beginn der kalten Jahreszeit anzieht. Doch die neuerlichen Rohölpreisanstiege haben den Ölminister der V.A.E. zu einem Kommentar veranlasst. Um die Lage zu beruhigen, hat er angedeutet, dass die OPEC weitere Produktionsreserven hat, die bei Bedarf eingesetzt werden können, um die Rohölpreise wieder zu senken.

Die Rohölpreise haben sich im Vergleich zu gestern leicht vergünstigt, bleiben heute Morgen aber ohne weitere Kursabschläge. WTI kostet im Moment 68,56 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert bei 75,92 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute Morgen bei 73,92 Euro pro 100 Liter und ist im Jahresvergleich unverändert sehr teuer. Dieser kann aber noch weiter ansteigen, falls die Rohölpreise die Aufwärtstendenz beibehalten.

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