Der Ölmarkt überhitzt mehr und mehr

Viele Experten und Analysten warnen vor einer Korrektur an den Börsen, nachdem die Preise vor kurzem auf ein 3-Jahreshoch geklettert sind.

18.01.2018 | Robby Erkmann

Preise von 70 US-Dollar pro Barrel sind aktuell kaum langfristig haltbar so die Analysten von Goldman Sachs. Der Einfluss auf den Ausbau der Förderkapazitäten sei einfach zu groß. So wird die US-Schieferölindustrie noch stärker wachsen können, neue Tiefseefördergebiete werden wieder rentabel und könnten betrieben werden und die Ölsandförderung in Kanada würde auch wieder fortgesetzt werden. In Norwegen wurden zuletzt wieder deutlich mehr Offshore-Förderlizenzen vergeben als zuvor. Durch das neue 3 Jahreshoch wurden die Preisprognosen der Analysten und Großbanken für 2018 angepasst, doch sollte man darauf hinweisen, dass selbst die angehobenen Prognosen, teils deutlich unter den aktuellen Preisniveaus liegen. Außerdem wird das hohe Preisniveau die Industrie und Wirtschaft negativ beeinflussen, weshalb das Wirtschaftswachstum und damit die Nachfrage nach Rohöl gesenkt wird. In der Kombination mit der neuerlichen Aussage des IEA-Direktors wird der Markt unter Druck gesetzt. Fatih Birol, der Direktor der IEA sprach davon, dass die USA auf dem Weg seien, Russland und Saudi-Arabien bei der Ölförderung zu überholen und damit wieder der größte Ölproduzent der Welt werden. Seiner Meinung nach wird mit den aktuellen Preisen nicht nur die US-Schieferölindustrie, sondern auch die Offshore-Förderung einen Wachstumsschub erfahren. Die USA werde spätestens im kommenden Jahr wieder an der Spitze liegen, so Birol.

Neue Sorge um afrikanische Ölindustrie

Im Jahr 2016 wurde die afrikanische Ölindustrie und damit die dortige Ölförderung durch Anschläge der Rebellengruppe Niger Delta Avengers deutlich gesenkt. Die Produktion in weiten Teilen von Nigeria erholte sich erst 2017 und wurde auch letztes Jahr teilweise immer wieder von Anschlägen heimgesucht. Nun veröffentlichte die Rebellengruppe auf ihrer Homepage, dass neue und schwerwiegende Anschläge auf die Ölindustrie geplant seien und schon demnächst umgesetzt werden. Ziel sei vornehmlich die Tiefsee-Förderung der internationalen Konzerne. Hier sollen insbesondere die Ölplattformen Bonga, Agbami, EA, Brittania-U und Akpo ins Visier der Rebellen geraten.

Hintergrund der Anschläge ist, dass die normale Bevölkerung in Nigeria von den sprudelnden Einnahmen kaum profitiert. Die Rebellen wollen eine Umverteilung des Geldes erreichen. Daher birgt die innerpolitische Situation ein großes Abwärtspotential für die Ölförderung. So war die Rohölförderung 2016 von etwa 2,2 Mio. B/T auf bis zu 1,0 Mio. B/T gesunken. Diese Meldung lässt den Markt also genau hinschauen, da damit neue Aufwärtspotentiale an den Ölbörsen entstehen.

Das Preisniveau am Markt bleibt bisher ziemlich unverändert. Die Nordseesorte Brent kostet pro Barrel weiterhin über 69 US-Dollar und notiert bei 69,30 US-Dollar. WTI kostet heute Morgen 63,98 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt heute bei 63,40 Euro pro 100 Liter und ist damit erneut gefallen.

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