Deutliche Preissteigerung möglich

Die Rohölpreise stehen vor einem Scheideweg. Getrieben durch weltweite politische Dispute, könnten Verbraucher bald tief in die Tasche greifen müssen.

16.08.2018 | Robby Erkmann

Die zweite Jahreshälfte wird, genauso wie die erste Jahreshälfte, von politischen Entscheidungen abhängig sein. Das Säbelrasseln zwischen Nordkorea und den USA ist zwar verstummt, die Beziehungen sind aber nicht wesentlich besser geworden. So könnten neue Atomtest des nordkoreanischen Regimes zu einem Aufflammen des Konfliktes führen. Ohne weitere Beachtung, aber auch ohne eine Lösung herrscht weiter der Stellvertreterkrieg im Jemen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien. Die Spannungen im Nahen und Mittleren Osten bleiben nach wie vor groß und so kann es immer wieder zu Ereignissen kommen, die die Rohölpreise stark beeinflussen. SO ist es in den letzten Wochen um Libyen wieder ruhiger geworden. Das bedeutet aber nicht eine stabile innenpolitische Lage. Auch hier kann es, wie schon oft geschehen, zu starken Beeinträchtigungen bei der Rohölförderung kommen, da örtliche Milizen immer wieder die Rohölinfrastruktur angreifen.

So ist die Nachrichtenlage bei viele Konflikten vorerst ruhig geworden, doch gelöst wurden bisher keine. Hinzu kommen dann die Sanktionen gegen den Iran. Ab November ist auch der Ölsektor betroffen und wird den Ölmarkt damit deutlich verknappen. Seit Anfang des Jahres ist der Preis für ein Barrel Brent um 40 Prozent gestiegen. Michele Della Vigna, Chefanalyst für den Energiemarkt von Goldman Sachs, spricht von einem sehr angespannten Umfeld und der Gefahr von kurzfristig stark steigenden Preisen.

Ölpreisvorhersagen schwierig

Tom Kloza, Mitgründer des Ölpreisinformationssystems OPIS sieht aktuell eine ganz andere Preisspanne, als viele Marktbeobachter. Er schätzt, dass die Ölpreise zum Jahresende zwischen 50 und 100 US-Dollar pro Barrel schwanken können. Durch die anstehenden Iran Sanktionen stehen noch mehr volatile Effekte im Markt, die ein abwägen der Preise kaum möglich machen. Zudem seien die Ölbestände deutlich niedriger, als im Vergleichszeitraum. Aktuell liegen diese ungefähr bei 21 Mio. Barrel. In den letzten Jahren lag dieser Wert im Bereich von 55 bis 65 Mio. Barrel. Schon für September sieht Kloza die Chance von steigenden Ölpreisen für die Verbraucher.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 71,08 Euro pro 100 Liter und ist damit etwas niedriger als gestern. Die Ölpreise liegen dagegen etwas fester. Brent kostet aktuell 71,14 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI notiert bei 65,15 US-Dollar pro Barrel.

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