Die OPEC am Scheideweg

Katar hat angekündigte das Kartell mit Beginn des nächsten Jahres zu verlassen. Doch was sind die Gründe dafür und droht ein Zerfall der OPEC?

04.12.2018 | Robby Erkmann

Auf dem G20-Gipfel begrüßten sich der saudische Kronprinz und russische Präsident überschwänglich und sehr freundschaftlich. Beide Staaten arbeiten sehr eng zusammen, wenn es um das Ölangebot geht. Saudi-Arabien und Russland sind beide sehr mächtige Staaten für den Ölpreis. Katar hat seinen Einfluss von früher größtenteils eingebüßt und ist auf von der Fördermenge, die aktuell bei etwa 1,0 Mio. B/T liegt ein kleiner Player. Seit Ende 2016 gehört Russland zur erweiterten Allianz der OPEC, die von Saudi-Arabien geschmiedet wurde, praktisch als Ersatz für die OPEC, falls deren Zerfall drohe. Außerdem hätte die erweiterte OPEC-Gemeinschaft ohne Russland bedeutend weniger Macht. Allein Russland, Saudi-Arabien und die USA haben im Ölgeschäft einen Marktanteil von 40 Prozent.

Der Austritt Katars könnte tatsächlich ein Wendepunkt sein. Denn es ist der erste Austritt eines arabischen Landes aus der OPEC. Katar trägt 2 Prozent der Ausfuhren zur OPEC bei, weshalb die Verwerfungen am Markt kaum zu spüren sein werden, doch es könnte ein wichtiges Indiz sein. Denn die wichtigen Entscheidungen werden längst ohne der OPEC abgesprochen, indem Saudi-Arabien und Russland den Ton angeben. Verständlich, dass Katar kein großes Interesse daran hat nur Erfüllungsgehilfe zu sein, was auf viele andere OPEC-Mitglieder auch zutreffen dürfte. Doch Katar wird seit Juni 2017 von vielen arabischen Ländern sanktioniert. Daher ist es verständlich, wenn die Entscheidung Katars auch aus politischen Gründen gefallen ist. Das wird offiziell jedoch dementiert. Kater hat vor sich mehr auf den Gasmarkt zu konzentrieren und seine Marktführerschaft weiter auszubauen. Das nächste Jahr wird daher entscheidend sein, wie sich die OPEC entwickelt und ob der Machtverlust aufzuhalten ist.

Ölpreise ohne neue Tendenzen

Zwar konnte der Ölpreis gestern einen Sprung nach oben machen, doch heute bleibt es vorerst ruhig. Händler warten wohl auf die OPEC-Sitzung am Donnerstag. Hierdurch werden wohl neue Impulse generiert. Die können positiv, aber auch negativ ausfallen, je nachdem wie viel Mengen die OPEC mit eventuellen Kürzungen vom Markt nehmen wird. Einigkeit wurde bisher nicht gezeigt, weshalb der Markt noch unsicher sein dürfte.
Positiv aufgefasst wurde dagegen die Annäherung Chinas und der USA auf dem G20-Gipfel. Details zu den Absprachen beider Präsidenten gibt es nicht. Der chinesische Präsident sprach davon ein großzügiges Angebot gemacht zu haben und verspricht ein großes Wachstumspotential für US-Firmen. Trump versprach, dass auch China profitieren werde. Eine Beendigung der Streitigkeiten wird vom Markt gut aufgenommen.

Gut sind auch die steigenden Pegelstände in Deutschland. So können die Binnenfrachter nach und nach wieder mehr Ladung transportieren. Das wird die Frachtzuschläge reduzieren, dafür braucht es aber noch etwas Zeit, denn die Nachfrage nach Frachtraum bleibt aktuell noch sehr hoch. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist heute erneut gestiegen. Das sollte die Verbraucher nicht verunsichern, denn steigende Pegel werden die Heizölpreise wahrscheinlich noch weiter fallen lassen.100 Liter Heizöl kosten heute im Bundesdurschnitt 73,61 Euro. Brent kostet heute Morgen 62,47 US-Dollar pro Barrel. WTI wird für 53, 58 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Werte liegen knapp ein Prozent im Plus.

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