EIA-Report erhöht Preisdruck

Nach IEA- und OPEC-Monatsreport ist der Bericht von der EIA ebenfalls bearish und schickte daher die gestrigen Ölpreise weiter auf Talfahrt.

14.02.2018 | Robby Erkmann

Der Bericht enthält auch Informationen über die US-Schieferölindustrie. Diese soll im März auf 6,756 Mio. B/T steigen. Das wäre im Vergleich zu Februar ein Anstieg von 110.000 B/T. Die allgemeinen Erwartungen, dass die US-Schieferölindustrie ihren Expansionskurs beibehalten wird, wird damit gestützt. Ebenfalls angehoben wurde die Prognose der gesamten US-Rohölförderung. Für das Jahr 2018 soll die Rohölfördermenge auf 10,50 Mio. B/T ausgebaut werden. Das entspricht einer Anhebung von 0,32 Mio. B/T im Vergleich zum vorherigen Monatsbericht. Die zuletzt veröffentlichten Zahlen über die Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen und der beriets angebohrten Ölquellen stützen diese Einschätzungen ebenfalls.

Demnach schätzt die IEA, dass das Angebotswachstum der Nicht-OPEC Länder schneller steigt, als das Nachfragewachstum, welches sich für 2018 auf 1,4 Mio. B/T belaufen soll. Diese Entwicklung würde bedeuten, dass die weltweiten Rohölbestände im laufenden Jahr wieder zunehmen werden. Die weitere Einhaltung der Förderkürzungen seitens der OPEC und Nicht-OPEC Länder würde diesen Effekt lediglich abmildern, sofern die Förderkürzungen im Juni nicht ausgeweitet werden würden. Die Rohölpreise mussten daher an den Futurebörsen weitere Kursrückschläge in Kauf nehmen. Das Barrel für WTI liegt mittlerweile etwa 7 US-Dollar unter dem Jahreshoch von Ende Januar. Brent hat insgesamt sogar 8 US-Dollar pro Barrel an Wert verloren.

Investitionswelle in Saudi-Arabien

Zuletzt hatte Saudi-Arabien vor allem Schlagzeilen gemacht, dass man von der Rohölförderung unabhängiger werden möchte, da das schwarze Gold nicht dauerhaft den Staatshaushalt finanzieren könnte. Doch mittelfristig plant Saudi-Arabien nun hohe Investitionen in die konventionelle Ölförderung. Die Konzentration solle auf drei große Ölfelder liegen, die bis 2021 etwa 60 Prozent der gesamten Rohölförderung betragen sollen, schätzen Analysten von GlobalData. Insgesamt ist geplant, dass etwa 80 Mrd. US-Dollar für Investitionen bereitgestellt werden sollen. Gleichzeitig würden auch die Produktionskosten gesenkt werden, sodass der Break-Even-Preis bei nur 7,60 US-Dollar pro Barrel liegen soll.

Mit den gestrigen Preisnachlässen hat sich auch der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland weiter verringert. Heute kosten 100 Liter Heizöl im bundesweiten Durchschnitt 58,44 Euro. Damit liegt das durchschnittliche Preisniveau auf Werten, wie zuletzt im Oktober 2017. Die europäische Referenzsorte Brent startet heute Morgen etwas fester und kostet 62,71 US-Dollar pro Barrel. Das amerikanische Gegenpendant muss dagegen Kursabschläge von etwa 0,7 Prozent verzeichnen und wird im Augenblick für 58,95 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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