Ein Jahr wie 2014?

Viele Autofahrer, aber auch Analysten und Händler erinnern sich gut an dieses Jahr. Begann es doch mit hohen Ölpreisen, bevor diese immens einbrachen.

05.02.2018 | Robby Erkmann

Diese Konstellation bringt aktuell Ed Morse, ein Experte von der Citigroup ins Spiel. Die damaligen Rohölpreise lagen im Bereich von 95 bis 105 US-Dollar pro Barrel. Die Schieferölförderung, die damals noch viel höhere Preise benötigte stieg infolge der hohen Preise und guten Gewinne drastisch an. Damit hatte seiner Zeit niemand gerechnet, sodass der Markt ab der zweiten Jahreshälfte deutlich überversorgt war. Die Preise stützen in Richtung 50 US-Dollar ein und halbierten sich fast. Ed Morse schätzt die Situation aktuell ähnlich ein. Die US-Schieferölindustrie hat in diesen drei bis vier Jahren viel Geld für Innovation, Entwicklung und Forschung in die Hand genommen. Gleichzeitig wurde die Kostensituation der Firmen verschlangt, sodass die Rentabilität der US-Schieferölfirmen auch bei viel niedrigeren Preisen gegeben ist. Infolge der Preissteigerung ergeben sich aktuell gute Verdienstmöglichkeiten. Damit werde die Gunst der Stunde genutzt und die Investitionen in neue Projekte deutlich anziehen, so Ed Morse. Er betont, dass es naiv wäre zu glauben, dass die Ölfirmen weiter auf Sparkurs sind. Genau wie 2014, startete jetzt auch das Jahr 2018 mit unerwartet hohen Ölpreisen, bei gleichzeitiger Unterschätzung des Potentials der Schieferölindustrie.  

Dabei ist die US-Ölindustrie nicht die einzige, die ihre Kapazitäten zur Rohölförderung ausgebaut hat. Schon letztes Jahr wurde der Irak aktiv, der im Falle einer Beendigung der Förderkürzungen kurzfristig den Ausschuss erhöhen kann. Am gestrigen Sonntag sprach der Ölminister des Irans davon, dass sein Land die Ölförderkapazität um 100.000 B/T erhöht hat, sich aber weiter an die mit der OPEC vereinbarte Obergrenze von 3,8 Mio. B/T hält. Gleichzeitig betonte er, dass man beim nächsten OPEC-Treffen im Juni über eine Beendigung des Abkommens reden muss. Die hohen Ölpreise würden zu größeren Preisschwankungen führen, die nicht das Ziel der OPEC-Mitglieder sind. Die Entwicklung der Rohölnotierungen bleibt weiter kaum zuverlässig einschätzbar.

Nach einer kurzen Erholung der Ölpreise in der letzten Woche, gingen die Kurse über das Wochenende weiter zurück. WTI kostet daher heute Morgen 65,06 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent notiert im Moment bei 68,12 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis ist über das Wochenende unverändert geblieben, sodass 100 Liter Heizöl im Schnitt 63,19 Euro kosten.

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