Einigung in letzter Minute

Die OPEC hat ein Abkommen beschlossen, das die Ölpreise stabil hält. Doch schon im April muss neu verhandelt werden, womit die Laufzeit recht kurz ist.

10.12.2018 | Robby Erkmann

Demnach wird die Ölförderung zum ersten Januar 2019 um 1,2 Mio. B/T reduziert. Das entspricht etwa dem derzeitigen Angebotsüberschuss. Für Dezember gilt das Abkommen als noch nicht. Außerdem gibt es auch Ausnahmen. So wurden der Iran, Venezuela und Libyen von den Produktionskürzungen ausgeschlossen. Das haben die Staaten schon im Vorfeld so verlangt und ist auch nachvollziehbar. Allerdings könnten die Produktionssteigerungen dieser Länder die Kürzungen von 1,2 Mio. B/T verringern. Venezuela hat vor kurzem mit Russland einen Vertrag über 5 Mrd. US-Dollar abgeschlossen, womit die Ölförderung um 1,0 Mio. B/T gesteigert werden soll. Libyens Ölförderung ist ebenfalls weiter am Steigen, weshalb die Schlagkraft des Deals etwas verwässert wird. Dennoch ist der Kompromiss erstmal wichtig für die OPEC. Der Bärenanteil wird Saudi-Arabien stellen müssen, das in den vergangenen Monaten die Rohölförderung stark gesteigert hatte. Für Januar plant das saudische Königreich eine Ölförderung von insgesamt 10,2 Mio. Damit reduziert Saudi-Arabien die Ölförderung um 430.000 B/T. Russland muss laut Beschuss 230.000 B/T vom Markt nehmen. Das ist etwas mehr als sich der Energieminister Alexander Nowak vorgestellt hatte. Er relativierte allerdings den Beschluss, indem er darauf hinwies, dass die Umsetzung einige Monate dauern werde.

Insgesamt ist das ein OPEC-Beschluss auf recht niedrigem Niveau und zeigt uns deutlich, dass es nicht mehr so leicht ist, alle Staaten zufriedenzustellen, wie noch mit Beginn der Förderkürzungen.

Spannendes Jahr 2019

Damit steht jetzt schon recht sicher fest, dass der Start in das kommende Jahr mit mehr Unsicherheiten beginnt. So stehen schon im April die Verhandlungen über ein neues OPEC-Abkommen an, statt erst im Juni oder Juli. Außerdem wird die USA über die Ausnahmegenehmigungen für den Iran entscheiden. Diese laufen ebenfalls bis April, sodass die Weichen für den weiteren Jahresverlauf sehr früh gestellt werden. Die USA dürften hingegen ihren Wachstumskurs bei der Ölförderung fortfahren. Das kann die OPEC-Verhandlungen weiter verkomplizieren.

Die Ölpreise bleiben daher in der Handelspanne der letzten Woche, fallen aber heute Morgen erstmal etwas ab. Brent kostet 60,82 US-Dollar pro Barrel. WTI notiert im Moment bei 51,74 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 72,07 Euro pro 100 Liter.

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