Entspannung nicht von Dauer

Die aktuellen etwas günstigeren Ölpreise spiegeln nicht die Situation wieder, die vorherrscht. Denn der Markt wird weiter sehr knapp versorgt bleiben.

17.09.2018 | Robby Erkmann

Für Durchatmen an den Märkten, sorgen die Neuigkeiten von der US-Ostküste. Hurrikan Florence, der auf das US-Festland traf sorgte für viel Chaos, vor allem durch immens starke Regenfälle. Die Raffinerien nahmen aber keinen Schaden und auch die Colonial Pipeline ist ohne Schäden geblieben. So bleibt Florence ohne Nachwirkungen auf die Rohölpreise, wenngleich kurzfristig die Ölnachfrage durcheinander gewirbelt wurde, indem Hamsterkäufe getätigt wurden. Doch die Hurrikansaison ist noch lange nicht vorbei. In der Beobachtung steht ein neues Tiefdruckgebiet in der Karibik. Sturm Isaac könnte sich zu einen neuen Tropensturm entwickeln, wobei Meteorologen aktuell noch keinen konkreten Anlass sehen, diesen hochzustufen. Es besteht jedoch das Potential dazu und der Kurs könnte über den Golf von Mexiko ziehen, in Richtung Texas, wo dann US-Ölplattformen und Raffinerien beeinträchtigt werden würden.
Ungeachtet dessen  geht die Exploration nach neuen Ölquellen in den USA ungebremst weiter. Baker Hughes hat für die vergangene Woche 7 neue aktive Ölbohranlagen gemeldet. Insgesamt sind 867 Ölbohranlagen aktiv, sodass die Förderkapazitäten in den USA wohl weiter wachsen werden. Die Probleme mit den Transportengpässen zu den Raffinerien in USA werden im kommenden Jahr etwas entspannter sein, da nun auch verstärkt Maßnahmen zum Ausbau der Infrastruktur umgesetzt werden.

Rohölversorgung bleibt knapp

Verbraucher, die auf ein Ende der Versorgungsknappheit hoffen, werden wohl über den Winter enttäuscht werden. Die Sanktionen gegen den Iran erreichen schon jetzt weitreichende Auswirkungen auf die Ölexporte des Landes. So hat Japan, das ebenfalls ein großer Abnehmer iranischen Rohöls ist, vorerst den letzten Öltanker bestellt. Dieser wird am 3. Oktober in Japan einlaufen und vorerst das Ende des Rohölhandels zwischen Japan und dem Iran markieren. Japan steht für eine Ausnahmegenehmigung ebenfalls in Verhandlungen mit den USA, aber wie Indien und China ohne Aussicht auf ein Ergebnis. Bestimmt von diesem Faktor und der weiter sinkenden Rohölförderung im krisengebeutelten Venezuela bleibt die Marktsituation angespannt und lässt die Rohölpreise nur bedingt fallen.

Diese liegen aktuell niedriger als zu Beginn der letzten Woche, doch heute Morgen stabilisiert sich der Rohölkurs. WTI kostet im Moment 69,25 US-Dollar pro Barrel. Brent wird für 78,32 US-Dollar pro Barrel gehandelt.  Der durchschnittliche Heizölpreis kostet heute 76,51 Euro pro 100 Liter und ist im Vergleich zu Freitag über einen Euro gefallen, doch auch hier bleibt das Preisniveau sehr ordentlich. Eine größere Erholung ist auch hier weiter nicht in Sicht.

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