Erneute Probleme in Libyen

Aktuell gibt es einige bullishe Meldungen im Markt, die durch die instabile Rohölförderung in Libyen ausgehen. Die Reaktion des Marktes bleibt verhalten.

05.03.2018 | Robby Erkmann

Libyen kann aktuell die Rohölförderung nicht weiter ausbauen und hat erneut mit Problem zu kämpfen, das aktuelle Niveau zu halten. Seit Sonntag ist die Ölförderung am größten libyschen Ölfeld, dem Sharara Ölfeld gestoppt. Die Rohölförderung lag dort zuletzt bei 300.000 B/T und macht damit einen Großteil der gesamten libyschen Rohölförderung aus. Grund ist die Abschaltung der Pipeline, die zum Hafen Zawiya führt. In Libyen ist dies aktuell das zweite Ölfeld, welches Probleme bereitet. Zuvor wurde bereits die Rohölförderung am El-Feel Ölfeld stark reduziert.

Stützend wirkte dagegen die Tatsache, dass die OPEC im Februar weniger Rohöl gefördert hat als noch im Januar. Bloomberg berichtete, dass die Rohölförderung um 80.000 B/T abgenommen haben soll. Davon sind 30.000 B/T Venezuela zuzurechnen. Der venezolanische Staat steckt weiterhin in einer schweren Wirtschaftskrise und großen innenpolitischen Unruhen. Saudi-Arabien hat mit 80.000 B/T ebenfalls deutlich weniger Rohöl gefördert. Überraschend ist das nicht, da Saudi-Arabien die Produktionsmenge im ersten Quartal unter den aktuellen Vorgaben halten möchte. Libyen konnte im vergangenen Monat die Rohölförderung auf 1,05 Mio. B/T steigern, doch mit den neusten Problemen ist dieser Effekt wieder verloren. Die genauen Daten werden dann mit den Monatsreports von IEA und EIA folgen.

OPEC gewinnt neues Mitglied

Gemeint ist damit der ägyptische Staat, der laut Tarek El-Molla die Zusammenarbeit mit der OPEC weiter vertiefen möchte, um dem Kartell zu entsprechender Zeit beitreten werde. Aktuell ist Ägypten ein Nettoimporteur von Rohöl, sodass man im Augenblick die Produktionskürzungen nicht unterstützen könne. El-Molla betonte, dass Ägypten eine beachtliche Menge an Rohöl fördere, weshalb die Regierung die Stabilisierung des Marktes unterstützen wolle. Einen diesjährigen Beitritt wird es wohl nicht geben, so El-Molla, doch für kommende Jahr stehen die Chancen gut, dass man sich dem Kartell anschließen werde.

Eine klare Reaktion der Rohölpreise bleibt bisher aus. Die Preise liegen heute Morgen etwa 0,25 Prozent höher. WTI kostet damit 61,61 US-Dollar pro Barrel und die Sorte Brent notiert aktuell bei 64,74 US-Dollar pro Barrel. Der Heizölpreis ist von 61,14 Euro pro 100 Liter am Freitag, auf einen heutigen Durchschnittspreis von 60,29 Euro pro 100 Liter ist gefallen.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation