Erneuter Ölpreiscrash

Damit hätte wohl kaum ein Experte gerechnet. Der Preis für ein Barrel der Sorte WTI läuft auf 45 US-Dollar zu und auch bei Brent sieht es nicht besser aus.

19.12.2018 | Robby Erkmann

Zum einen machen die weltweit sinkenden Aktienkurse sorge. Volkswirte befürchten immer noch eine Abschwächung der Konjunktur und das drückt entsprechend auf den Ölpreis. Denn eine schwächere Wirtschaft lässt auch die Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukte sinken. Zum anderen wird der Markt mit immer neuen bearishen Produktionsdaten gefüttert. So liegt die russische Ölförderung im Dezember auf einem neuen Rekordhoch. Das verwunderte die Marktteilnehmer sehr, da sich Russland am neuen OPEC-Abkommen beteiligt hat, zur Reduzierung der Fördermengen. Aktuell soll Russland 11,41 Mio. B/T fördern. Im November betrug die Rohölförderung 11,37 Mio. B/T. Die Ankündigung des russischen Energieminister Nowak, die Ölproduktion werde bis Ende des Jahres nicht steigen, hat sich daher nicht bewahrheitet. Nun hofft der Markt, dass die Produktionskürzungen von Russland im Januar umgesetzt werden.

Hinzu kommen neue Produktionsdaten von der EIA. Die US-Schieferölindustrie soll im Dezember zum ersten Mal über 8 Mio. B/T gefördert haben. Die EIA hat die Ölförderung in den US-Schieferölgebieten auf 8,03 Mio. B/T angehoben.  Die Produktionssteigerung soll im Januar weitergehen. Dann soll die Ölförderung bei 8,17 Mio. B/T liegen. Der Trend wurde dann noch von angebohrten, aber nicht vollends erschlossen Ölquellen bestätigt, die ein neues Rekordhoch erreicht haben. Im November gab es insgesamt 8.723 solcher Ölquellen, die den USA somit auch in Zukunft ein starkes Wachstum ermöglichen.

Der Preis für ein Barrel Brent hat sich seit Anfang Oktober um nun 40 US-Dollar reduziert. Seinerzeit lag der Preis für Brent bei etwa 85 US-Dollar pro Barrel. Ein gleiches Bild ergibt sich für die amerikanische Sorte WTI. Dort lag der Ölpreis bei etwa 75 US-Dollar und liegt nun bei ungefähr 46 US-Dollar pro Barrel.

Ausblick für 2019

Die Fakten verdichten sich mehr und mehr, dass Verbraucher für das kommende Jahr wenig Sorgen haben müssen, einen starken Ölpreisanstieg zu verkraften. Zwar macht der neuerliche Abwärtsruck, wieder mehr Potential für eine Erholung, aber die Erholung der Ölpreise startet dann von einem sehr niedrigen Niveau. Zumal es aktuell keine, oder kaum Ereignisse in Aussicht sind, die eine starke Gegenbewegung ermöglichen. Die Charttechnik bietet aktuell sogar Platz für weitere Abwärtsbewegungen, bis unter die 45 US-Dollar pro Barrel für Brent. Der Start in das kommende Jahr wird wohl vornehmlich von geopolitischen Ereignissen geprägt sein. Da wäre der Handelsstreit zwischen den USA und China zu nennen, der die Konjunktur belasten kann. Dann existiert noch das Handelsembargo der USA gegen den Iran, in Verbindung mit noch gültigen Ausnahmegenehmigungen. Schlussendlich existiert noch innerhalb der OPEC eine steigende Spannung, wie das jüngste Abkommen zeigte.

Brent kostet heute Morgen 56,55 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI notiert bei 46,45 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte liegen heute Morgen im Plus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist auf 67,79 Euro pro 100 Liter gefallen. Dem Preisniveau kommen die steigenden Pegelstände der Flüsse entgegen.

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