Es steht viel auf dem Spiel

Heute findet das OPEC-Meeting statt. Die Mitglieder sind teilweise weiter uneinig, aber der Markt braucht ein stringentes Auftreten, um beruhigt zu werden.

06.12.2018 | Robby Erkmann

Schaut man auf die globale Marktsituation sind Förderkürzungen eigentlich unausweichlich, denn der Markt ist weiterhin überversorgt. Experten schätzen, dass das Angebot aktuell um etwa 1,0 Mio. B/T die Nachfrage übersteigt. Die Rohölpreise würden wohl weiter stark verlieren, wenn das OPEC-Meeting kein positives Ergebnis vereinbart. In den Ölpreisen ist aktuell die Hoffnung eingepreist, dass die OPEC den Markt wieder näher an ein Gleichgewicht bringt, sonst wäre das Preisniveau noch niedriger. Für Unsicherheit sorgen noch die sehr zurückhaltende Töne des saudischen Ölminister al-Falih. Zu einer etwaigen Kürzungsmenge nahm er keine Stellung. Er betonte, dass alle Meinungen der Länder berücksichtigt und diskutiert werden müssten.
Probleme könnten die vielen kleineren Ölförderer machen. Denn in der Vergangenheit hatten diese wenig von den Produktionsanhebungen profitiert. Den Großteil hatte Saudi-Arabien und Russland unter sich verteilt. Doch Russland sei nun nur zu geringen Förderkürzungen bereit, wie es bis jetzt kommuniziert wurde. Daher wird verlangt, dass den Löwenanteil Saudi-Arabien vom Markt nimmt, die vorher ihre Produktion deutlich erhöht hatten. Das Meeting ist demnach nicht in sicheren Fahrwassern, sodass der Markt und die Händler heute mit Spannung auf erste Ergebnisse warten dürften.  

Ölpreise sehr unruhig

Gestern notierten die Ölpreise noch deutlich im Plus. Heute Morgen liegen die Preisnotierungen wieder deutlich niedriger. Der Markt ist sehr unsicher, wie das Treffen der OPEC in Wien ausgeht. Hinzu kommt, dass sich morgen die OPEC+ treffen wird, wo dann auch Russland hinzustößt. Bis nächster Woche dürfte dann aber klar sein, mit welchen Ölpreisen die Verbraucher zum Jahresende zu rechnen haben. Im kommenden Jahr werden die Karten dann neu gemischt. Bisher sind Ausblicke recht komplex. Zwar gehen viele Experten von moderaten oder leicht fallenden Ölpreisen aus, doch die geopolitische Situation ist weiter sehr instabil und kann so jederzeit für neue Kursausbrüche nach oben sorgen.

Die Nordseesorte Brent kostet aktuell 61,04 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI notiert zurzeit bei 52,31 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte liegen etwa 1 Prozent im Minus. Der durchschnittliche Heizölpreis ist heute im Vergleich zu gestern leicht gefallen, auf 73 Euro pro 100 Liter. Die Frachtaufschläge durch die niedrigen Pegelstände der Flüsse, gehen langsam zurück, die Pegelstände langsam wieder ansteigen.

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