Fortsetzung der OPEC-Förderkürzungen?

Am Freitag trafen sich die Mitglieder des JMMC, das die Einhaltung der Kürzungen überwacht. Das Klima ist gut und alles deutet auf eine Verlängerung hin.

23.04.2018 | Robby Erkmann

Das Joint Ministerial Monitoring Committee traf sich in Jeddah, um dort über die Einhaltungsquote der OPEC- und Nicht-OPEC Staaten zu sprechen. Die Überwachung der beschlossenen Förderkürzungen ist die Hauptaufgabe des Komitees. Doch die hochrangingen Vertreter der beteiligten Staaten sprechen auch über andere Themen. Dem Markt interessiert aktuell sehr, wie die weitere Strategie der OPEC aussieht. Schon zum Auftakt der Versammlung schien die grobe Richtung zu stimmen. Trotz der deutlich gesunkenen Rohölbestände, wird es wohl keine unüberlegte Beendigung des Abkommens geben. Der saudische Energieminister Khalid al-Falih sagte dazu, dass die Reise noch lange nicht zu Ende sei. Alexander Nowak, der russische Energieminister sprach davon, dass Russland weiterhin zu hundert Prozent hinter einer Verlängerung des Abkommen stehen werde.

Al-Falih betonte jedoch, dass das Ziel noch nicht erreicht ist. Die inoffizielle Zielmarke, die Ölbestände auf den 5-Jahresdurchschnittswert zu reduzieren ist daher noch nicht erreicht. Ebenso hat der Markt bisher kein Gleichgewicht erreicht. Demnach wäre eine Beendigung des Abkommens ein falsches Signal. Das sieht auch der russische Energieminister so. Darüber wie schnell eine Verlängerung beschlossen wird, ist man sich noch nicht einig. Der russische Energieminister brachte das nächste offizielle OPEC-Treffen im Juni, als möglichen Verlängerungszeitpunkt ins Spiel. Dabei sollten dann auch über die Produktionsquoten und einer eventuellen Anpassung diskutiert werden. Die Verhandlung über neue Förderquoten zu sprechen, sieht der saudische Amtskollege im Juni als zu früh an. Was wohl fakt ist, dass die OPEC und Nicht-OPEC Staaten die Kürzungen über 2018 hinaus aufrechterhalten.

Ölpreise mit Potential

Aktuell steigen die Rohölpreise an den Börsen nicht. Doch wie es in den letzten Wochen schien, kann sich Saudi-Arabien einen Rohölpreis von 80 US-Dollar pro Barrel oder mehr vorstellen. Demnach wäre noch Potential für weitere Preissteigerungen. Aus Libyen gibt es wieder bullishe Nachrichten, weil es erneut zu Störungen bei der Rohölförderung gekommen ist. Eine Explosion an einer Pipeline, die zum Exporthafen Es Sider führt, reduziert die Rohölförderung um 80.000 B/T. Die Explosion ist laut jetzigen Stand durch einen Anschlag herbeigeführt worden. Libyen kämpft seit langer Zeit mit innerpolitischen Unruhen und Milizkämpfern. Aufgrund der aktuellen Lage am Markt empfiehlt die Großbank J.P. Morgan ihren Kunden tendenziell eine Long-Position einzugehen. Das bedeutet, dass mit steigenden Preisen gerechnet wird. Drohende Verfügbarkeitsprobleme durch geopolitische Auseinandersetzungen sehen die Analysten als Preistreiber.

Ein Barrel Brent kostet aktuell 73,66 US-Dollar. Die Sorte WTI kostet im Moment 67,90 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte verteidigen das aktuelle Preisniveau erfolgreich. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 65,74 pro 100 Liter.

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