Futures auf 2 Monatstief

Letzten Freitag ging es für die Preisenotierungen weiter bergab. Die Aktienmärkte und die US-Rohölförderung belasten die Ölpreise weiterhin.

12.02.2018 | Robby Erkmann

Schon angeschlagen gingen die Ölnotierungen in den Freitagshandel. Im Tagesverlauf kam es erneut zu Gewinnmitnahmen, sodass die Preise weiter sanken, obwohl diese sich schon auf niedrigen Niveau bewegten. Für den Schub auf ein 2 Monatstief sorgte dann die wöchentliche Meldung von Baker Hughes über die US-Bohranlagenentwicklung. Deswegen gingen die Ölpreise mit dem größten Wochenverlust seit über zwei Jahren aus den Handel. Baker Hughes schockte die Händler förmlich mit der Meldung über die Entwicklung der US-Bohranlagen. Für die Berichtswoche wurde ein Anstieg um 26 aktiven Bohranlagen gemeldet. Insgesamt sind nun 791 Ölbohranlagen aktiv, so viele wie seit Februar 2015 nicht mehr, was damit ein neues 3-Jahreshoch darstellt. Damit stehen die Zeichen der US-Ölförderung weiterhin stark auf Expansion. Auswirkungen hat die Ölbohraktivität vor allem langfristig, weil angebohrten Ölquellen bis zur vollständigen Erschließung und Förderung etwa 6- 9 Monate benötigen.

Erholung der Preise nicht in Sicht

Die Preisrallye hat mit der vergangenen Woche endgültig ein Ende gefunden. Überraschend war das nicht, weil mit steigenden Kursen mehr und mehr Analysten mit einer Korrektur gerechnet haben. Zu Jahresbeginn stützten die Wirtschaftsprognosen, die sinkenden US-Ölbestände und der enorm kalte Winter in den USA die Preise. Hinzu kamen geopolitische Spannungen mit Nordkorea oder auch dem Iran. Doch die Situationen haben sich bisher nicht zugespitzt. Mit dem dann sinkenden Aktienmarkt verlor der Markt das Vertrauen und die Ölkurse schossen, wie die Aktienkurse, nach unten. Hinzu kam die Korrektur der US-Rohölförderung zu letztem Jahr von der EIA. Diese bescheinigte der USA, schon im November die 10 Mio. B/T Marke erreicht zu haben. Damit wendete sich das Blatt bei vielen Experten, die sich vorher nicht sicher waren, ob der Ölmarkt dieses Jahr unter- oder überversorgt sein wird. Demnach ist der aktuelle Konsens, dass der Markt im Februar und März noch unterversorgt bleiben wird. Auf das gesamte Jahr gesehen, soll der Markt aber überversorgt werden, was die Zielsetzung des OPEC-Kartells, die Ölbestände auf den 5-Jahresdurchschnitt zu senken in Gefahr bringt.

Auch wenn keine langfristige Erholung erwartet wird, atmen die Ölpreisnotierungen heute Vormittag auf. WTI kostet aktuell 2,57 Prozent mehr als bei Eröffnung und liegt bei 60,57 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent notiert im Augenblick bei 64,17 US-Dollar pro Barrel und liegt mit 2,3 Prozent ebenfalls deutlich über den Eröffnungskursen. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt heute bei 60,00 Euro pro 100 Liter. Letzte Woche Montag betrug der Durchschnittspreis in Deutschland noch 63,19 Euro pro 100 Liter und ist infolge des Ölpreiseinbruchs, ebenfalls massiv eingebrochen.

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