Gefährliche Versorgungssituation

Aktuell ist die Versorgung mit Rohöl sehr knapp, sodass jede weitere fehlende Produktionsmenge spürbar ist. Das kann die Preise schnell explodieren lassen.

30.04.2018 | Robby Erkmann

Als weiteres Sorgenkind wir neuerdings Angola bezeichnet, das ebenfalls Mitglied es OPEC-Kartells ist. Zu den besten Zeiten 2008, war Angola der größte Ölproduzent Afrikas und förderte 1,9 Mio. B/T. Im Augenblick liegt die Rohölförderung bei 1,5 Mio. B/T und weißt eine weiter fallende Tendenz auf. Die EIA schätzt, dass Angola im Jahr 2023 nur noch 1,3 Mio. B/T an Öl fördern wird. Angola hat vor allem Probleme bei der Tiefseerohölförderung. Hier nimmt die Rohölförderung aus den Tiefseequellen schon nach drei Jahren überdurchschnittlich stark ab. Hier wurde in den letzten Jahren deutlich zu wenig Geld investiert, um die Ölquellen mit neuster Technik auszustatten. Im Juni wird die Ölförderung Angolas so niedrig sein wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der afrikanische Staat übertrifft die vereinbarten Förderkürzungen um das dreifach und ist maßgeblich daran beteiligt, dass die Quotentreue bei 149 Prozent liegen soll. Abzuwarten bleibt, ob zum Jahresende das Kaombo Ölfeld den Betrieb aufnimmt, dessen Kapazität 230.000 B/T betragen soll, da die Eröffnung bereits 2017 angedacht war.

Marktlage mit Sprengkraft

Die Preise am die letzten Tage leicht nachgelassen, haben aber keine signifikanten Sprünge nach unten getätigt, oder wichtige Widerstände durchbrochen. Die Lage bleibt insofern brisant, als das die Experten auf dem 12. Mai warten. Hier wird es dann Klarheit geben, wie die USA mit dem iranischen Atomabkommen weiter verfahren. Zuletzt beruhigte der US-Verteidigungsminister Jim Mattis die Händler, dass es noch keine Entscheidung gebe, das Atomabkommen mit dem Iran niederzulegen.

Bloomberg meldete, dass Unternehmen aktuell ungern Verträge über iranisches Rohöl abschließen, die nach dem 12. Mai ausgeführt werden würden. Das ist genau das Datum, an dem die USA ihre endgültige Entscheidung treffen werden. Analyst Francisco Blanch von  Bank of America Merrill Lynch ist der Meinung, dass bei weitere Rohölförderengpässen die Sorte Brent auf 80 US-Dollar pro Barrel ansteigen kann. Eine Überversorgung des Marktes wird es wohl erstmal nicht geben, wie es am Anfang des Jahres von viele Analysten vorhergesagt wurde.

Trotz der bullishen Gesamtkonstellation liegen die heutigen Rohölpreise deutlich im Minus. Brent kostet aktuell 73,50 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI notiert augenblicklich bei 67,29 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 67,64 Euro pro 100 Liter und hat wieder ein neues Jahreshoch erreicht.

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