Geht es abwärts oder aufwärts?

Die Ölpreise sind seit Ende letzter Woche extrem abgefallen, aber konnten den mittelfristigen Aufwärtstrend halten. Wie lange geht das noch gut?

29.05.2018 | Robby Erkmann

Gestern Morgen ging es erstmal weiter steil bergab. Als der Preis für WTI dann im Bereich der unteren Bollinger Bänder ankam, konnte diese technische starke Unterstützungsmarke halten. Daher kam es im Laufe des Tages zu einer Gegenbewegung. Dennoch gingen die Rohölpreise deutlich im Minus aus dem Handel. Verglichen mit den Verlusten am Morgen, fiel der Kursverlust aber geringer aus. Die Preise sind damit erstmal von den zuletzt erreichten Hochs deutlich entfernt, sodass weitere Kurssteigerungen kurzfristig nicht zu erwarten sind.

So ging der Anstieg der Rohölnotierungen in den letzten Wochen und Monaten deutlich nach oben, hat aber im Bereich der 80 US-Dollar pro Barrel seinen vorläufigen Meister gefunden. Das liegt wohl auch an der Preiserwartung der OPEC-Staaten. Hier sind vor allem Russland und Saudi-Arabien verantwortlich für die Ausrichtung der Zielstrategie, die dann meistens von den übrigen Mitgliedern übernommen wird. Die Aussage der beiden größten OPEC Ölförderer, die Ölförderung innerhalb der OPEC anzuheben, hat nun dazu geführt, dass die Preise rapide gesunken sind. Die 80 US-Dollar Marke pro Barrel könnte daher ein Bereich sein, wo sich die Preise langfristig einpendeln werden. So wurde den spekulativen Händler erstmal die Grundlage genommen auf weitere Preise zu setzen. Daher können die Endverbraucher erstmal aufatmen, da die Ölpreise nicht Richtung 90 US-Dollar pro Barrel blicken.

Rückläufige Wetten bei Tradern

An den Futurebörsen sind die Wetten auf steigende Preise stark rückläufig. Dieser Wert kann an den Netto-Long-Positionen gemessen werden. Ein hoher Wert stehe für eine bullishe Stimmung. Nehmen die Netto-Long-Positionen ab, so wetten immer weniger Händler auf höhere Rohölpreise. In Zahlen gesehen, sieht es aktuell folgendermaßen aus: In den letzten fünf Wochen wurde für WTI ein Rückgang der Netto-Long-Positionen, um 64.888 verzeichnet.  Bei Brent wurde am 23. April ein neues Rekordhoch von 632.454 Positionen erreicht. Die aktuelle Anzahl der Netto-Long-Positionen liegt nun 130.820 Positionen darunter. Die letzten Wochen habe gezeigt, dass Trader vermehrt Short-Positionen eingehen und damit auf fallende Kurse setzen. Es bleibt trotz der rückläufigen Ausrichtung auf höhere Preise zu wetten, weiterhin Potential am Markt, dass weitere Netto-Long-Positionen verkauft werden, was die Rohölpreise weiter verbilligen könnten.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist aufgrund der Ölpreise ebenfalls stark gefallen. Heute kosten im deutschlandweiten Durchschnitt 100 Liter Heizöl 70,62 Euro. Der Ölpreis für WTI liegt heute Morgen etwa 1,1 Prozent im Minus und liegt im Moment bei 66,75 US-Dollar pro Barrel. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell 75,47 US-Dollar und notiert etwa 0,2 Prozent höher, als zur heutigen Eröffnung.

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