Glaubt der Markt an Förderkürzungen

Genau das scheint bisher nicht der Fall zu sein. Die OPEC tagt in einer Woche und ein Konsens oder eine zielführende Diskussion ist bisher kaum zu merken.

30.11.2018 | Robby Erkmann

Russland scheint damit keine Probleme zu haben. Möglichen weiteren Preissenkungen am Ölmarkt sieht Russland entspannt entgegen. Die OPEC hat durch einen höheren Break-Even-Preis deutlich größere Probleme unter den aktuellen Marktpreisen rentabel zu arbeiten. Nicht jede Förderanlage wird aktuell rentabel sein. Das sollte Antrieb genug sein, um das Ölangebot zu verknappen, doch bisher ist es ruhig um mögliche Kürzungen. Vor den vorherigen OPEC-Meetings war die Diskussion zwischen den OPEC-Mitgliedern um die Fördermengen deutlich belebter, was den Markt und die Analysten oft unterstützte, die Ölpreise einzuschätzen.
Sollten keine oder keine ausreichenden Förderkürzungen beschlossen werden, ist die Abwärtskorrektur der Ölpreise noch nicht vorbei, sodass die Preise nochmals deutlich nachgeben könnten. Denn die Weltwirtschaft kommt nicht so in Fahrt, wie es bis vor einigen Monaten noch vorausgesagt wurde, oder gehofft wurde. Der russische Präsident und der saudische Kronprinz werden sich am Rande des G20-Gipfels am Wochenende treffen. Dabei wird man wohl versuchen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Gelingt dies nicht wird es auf dem OPEC-Meeting in Wien spannend. Saudi-Arabien hat durch den Druck der USA viel an Schlagkraft verloren, denn US-Präsident Trump verlangt weiter niedrige Ölpreise und macht für steigenden Ölpreise stets die OPEC verantwortlich.

Neues Jahrestief erreicht

Brent hatte im Zuge der Abwärtsbewegung deutlich an Wert verloren und war so billig wie das ganze Jahr noch nicht. Nun warten einige Analysten auf eine Gegenbewegung. Unterstützt wird diese Einschätzung von dem Handelsvolumen, was die letzten Wochen abgenommen hat. Durch die Kurse der letzten Tage ist wohl eine Bodenbildung erfolgt. Das macht die Ölpreise anfällig für einen Ausbruch nach oben, sofern einige Widerstände übersprungen werden. Nun kommt überraschend eine Meldung über Russland hinzu. Alexander Nowak, der russische Energieminister befürwortet eine Produktionskürzung, die aber schrittweise erhöht werden soll, um sich so dem Marktgleichgewicht nach und nach annähern zu können. Wie ernst es um diese Vorgehensweise ist, kann man wohl nach dem G20-Gipfel sagen.

Die Ölpreisnotierungen liegen somit auch heute auf unverändert niedrigem Niveau. WTI kostet 51,45 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird im Augenblick für 59,76 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist um über drei Euro gefallen. Grund sind die Pegelstände der Flüsse, die sich nach und nach erholen und so die Lieferaufschläge reduzieren, da die Schiffe wieder mehr Ladung mit sich führen können. 100 Liter Heizöl kosten heute im Bundesdurchschnitt 69,55 Euro.

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