Grundstimmung weiter bullish

Die Rohölpreise verteidigen ihr Preisniveau erfolgreich. Kurzfristig ist eine Erholung nach unten vorerst unwahrscheinlich für die Endverbraucher.

28.08.2018 | Robby Erkmann

Unterstützt wird diese Entwicklung durch eine Meldung aus Kasachstan. In der Erwartung einer ohnehin knapperen Versorgung, wurde die Ölförderung in Kasachstan um 100.000 B/T reduziert. Grund dafür sind Wartungsarbeiten am Ölfeld Kashagan, die das Fördervolumen der Anlage um etwa 30 Prozent senken. Gleichzeitig ist der Handelsstreit zwischen den USA und China auf unabsehbarer Zeit ungelöst, auch wenn von beiden Seiten Gesprächsbereitschaft signalisiert wurde, die Gespräche aber aktuell gestoppt wurden. Diese Entwicklung betrifft nach wie vor nur das Ölnachfragewachstum, wobei die IEA auch Komplikationen bei der Ölversorgung sieht.

Der Vorsitzende Fatih Birol sprach von plötzlichen Versorgungsengpässen, da die Verfügbarkeit des venezolanischen Rohöls weiter abnimmt. Die Wirtschaftskrise im Land ist weiterhin enorm und dadurch ist die innenpolitische Situation katastrophal. Es muss damit gerechnet werden, dass die Rohölförderung Venezuelas weiter abnimmt, obwohl diese nur noch bei 1,0 Mio. B/T liegt. Gleichzeitig weist er nochmal daraufhin, dass die Länder Libyen und Nigeria ebenfalls instabile Länder sind. In der jüngeren Vergangenheit kam es dort immer wieder zu Ausfällen, die, die Ölversorgung  teilweise drastisch reduziert hat. Mit den sinkenden Rohölmengen aus dem Iran, nimmt die Reservekapazität der übrigen Länder ab, sodass zusätzlich fehlende Mengen nur teilweise oder gar nicht abgefangen werden können.

Kommen teure Wintermonate?

Der Ölpreisanstieg im August letzten Jahres ist von einem sehr niedrigen Niveau gestartet, das deutlich unter dem jetzigen lag. Daher waren die Ölpreise im letzten Winter noch sehr moderat und somit lag der damit gekoppelte Heizölpreis ebenfalls auf niedrigen Niveau. Das könnte zum Ende dieses Jahres gänzlich anders werden. Starten die Ölpreise vom aktuellen Niveau bei 70 US-Dollar, eine ähnliche Rallye wie letztes Jahr, könnten die Ölpreise über 90 US-Dollar pro Barrel liegen. Im August letzten Jahres begann der Anstieg der Ölpreise bei Preisen von etwa 40 US-Dollar pro Barrel. Die OPEC dürfte daher Probleme haben, die angestrebte Preisspanne von 70 bis 80 US-Dollar pro Barrel wirklich zu halten. Endverbraucher könnten daher noch höhere Ölpreise bevorstehen. Gänzlich anders könnte die Situation am Markt sein, wenn die USA und der Iran eine Lösung im Konflikt um das Atomabkommen finden. Dann würden wohl die US-Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden und der Rohölmarkt würde deutlich besser versorgt sein.

Die Rohölpreise liegen heue etwas niedriger als zur Eröffnung. WTI kostet im Moment 68,76 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent notiert aktuell bei 76,14 US-Dollar pro Barrel. Der Preisunterschied zwischen beiden Sorten ist mit etwa 7,5 US-Dollar wieder recht groß. Der durchschnittliche Heizölpreis ist im Vergleich zu gestern leicht gesunken. 100 Liter Heizöl kosten heute 73,76 Euro.

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