Hurrikansaison steht bevor

Von Juni an geht die Hurrikansaison los, die dann bis November anhaltet. Letztes Jahr gab es großes Produktionsausfälle. Davor hat der Markt nun Angst.

01.06.2018 | Robby Erkmann

In der letzten Saison wurden etliche Ölplattformen im Golf von Mexiko evakuiert und abgeschaltet, die dann kein Rohöl mehr fördern konnten. An der US-Ostküste im Bundesstaat Texas waren aufgrund von Überschwemmungen durch die Hurrikansaison, die Produktionsanlagen der Raffinerien stark gestört. So konnten diese wochenlang nicht oder nur eingeschränkt Rohöl verarbeiten. Das alles sorgte für festere Preise an den Börsen, da sich das Angebot von Rohöl deutlich verknappte. In dieser Saison können ähnliche Ausfälle auf den Markt zukommen. Die Preise würden dann wohl deutlich stärker beeinflusst werden, da die Versorgungssituation deutlich knapper ist, als in der letzten Saison. So könnten die Rohölpreise nochmal steigen. Das hängt letztendlich auch davon ab, wie die OPEC auf der nächsten Vollversammlung am 22. Juni entscheidet.

So hatte Saudi-Arabien und Russland angekündigt, die Kürzungen lockern zu wollen, damit das Preisniveau nicht weiter ansteigt und dauerhaft die Marke von 80 US-Dollar pro Barrel überschreitet. Bisher sind nicht alle Staaten überzeugt von dem Vorhaben. Für eine Anpassung der Produktionskürzungen ist aber ein einstimmiges Ergebnis notwendig. So hatte der Ölminister Ecuadors zuletzt mitgeteilt, dass er auf dem Treffen aktuell für eine Fortführung unter den derzeitigen Bedingungen stimmen wird. Ecuador fördert nur 520.000 B/T und ist damit einer der kleineren Staaten innerhalb der OPEC. Der ehemalige Ölminister Algeriens betonte, dass Staaten wie Iran, Venezuela, Nigeria, Libyen, Algerien und Angola erstmal wenig Interesse haben, die Produktionskürzungen zu senken, da diese Staaten grundsätzlich wenig Reservekapazitäten haben, um die eigene Förderung anzuheben. Daher profitiere man auch wenig von einer solchen Entscheidung.

Russland in der Testphase

Wie schnell und wie viel kurzfristig die Ölförderung angehoben werden kann, ist Russland aktuell am Testen. Rosneft hat in einem nicht offiziellen Investorenbrief gemeldet, dass die Rohölförderung in zwei Tagen um 70.000 B/T angehoben werden konnte. Insgesamt solle die kurzfristige Reservekapazität bei 150.000 B/T liegen. Rosneft ist in Russland für etwa 40 Prozent der gesamten Rohölförderung verantwortlich. Insgesamt fördert der Konzern etwa 4,57 Mio. B/T Rohöl.

Der Rohölpreis für WTI liegt aktuell bei 67,08 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet im Moment 77,66 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte sind heute Morgen fast unverändert. Der Preisunterschied von etwa 10 US-Dollar pro Barrel zwischen Brent und WTI ist aktuell aber ungewöhnlich groß. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt heute in Deutschland bei 71,78 Euro pro 100 Liter.

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