Inkrafttreten der US-Sanktionen

Die durch das Aufkündigen des Atomabkommens durch die USA, angekündigten Sanktionen gegen den Iran werden heute erstmalig teilweise wirksam.

07.08.2018 | Robby Erkmann

Schrittweise müssen Unternehmen und Staaten, die Handel mit dem Iran betreiben, diesen unterlassen. Unternehmen und Staaten, die dem nicht Folgeleisten, werden laut Ankündigung von den USA ebenfalls auf unterschiedlicher Art und Weise sanktioniert. Daher hatten europäische Raffinerien weit im Voraus nach alternativen Handelspartner gesucht. Nun werden auch andere Staaten, andere Bezugsquellen finden müssen. Inwiefern der Markt diese Umverteilung der Rohölbezüge sicherstellen kann bleibt nach wie vor unklar. Denn Staaten wie Russland, Saudi-Arabien oder der Irak und Kuwait, sind nur bedingt dazu in der Lage, den Ausfall der iranischen Fördermengen aufzufangen. Der Iran gilt mit einer Rohölförderung von zuletzt etwa 2,5 Mio. B/T, als einer der großen Rohölproduzenten innerhalb der OPEC. Die heute wirksam werdenden Sanktionen beziehen sich erstmals nur auf die Autoindustrie und den Gold- und Währungshandel. Eine Ausweitung auf den Öl- und Gashandel erfolgt am 4. November.
China hat bisher wenig Bereitschaft gezeigt, dem Willen der USA zu folgen. Die Beziehungen beider Staaten sind durch den Handelskrieg und Strafzölle seit einiger Zeit sehr angespannt. Das Verhalten Chinas kann diese Spannungen noch verstärken und zu weitere Strafzöllen führen.

Bereits für Juli hat der Dienstleister Kepler die iranischen Rohölexporte um 0,3 Mio. B/T niedriger eingeschätzt. Marktexperten gehen weiter davon aus, dass die iranische Rohölförderung um 1,0 bis 2,0 Mio. B/T sinken kann. Diese fehlenden Mengen müssten dann von anderen Produzenten abgefangen werden, damit der Markt nicht enorm unterversorgt wäre. Dieser Umstand könnte zum Ende des Jahres dazu führen, dass die Rohölpreise steigen.

Iran kritisiert OPEC

Der iranische Vertreter innerhalb der OPEC hat die am Abkommen beteiligten Staaten scharf kritisiert. Grund ist die Anhebung der Fördermengen und damit das direkte Profitieren von den US-Sanktionen gegen den Iran. Das Vergehen sei feindselig gegenüber dem Iran und verstoße gegen die Vereinbarungen der OPEC. Genauer gesagt geht es um ein Telefonat, indem besprochen wurde, die Fördermengen weiter anzuheben. Saudi-Arabien plant die Rohölförderung nochmals anzuheben und weitere 340.000 B/T zu fördern. Russland will ebenfalls erneut eine Anhebung durchführen und zusätzlich 170.000 B/T produzieren. Dabei wurden die Fördermengen schon im Juni, bevor die OPEC eine Anhebung in Wien offiziell genehmigt hatte, stark erhöht. Daher spricht der iranische Vertreter von einem Bruch des Abkommens.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 70,75 Euro pro 100 Liter. Die Rohölsorten Brent und WTI sind heute Morgen ebenfalls etwas teurer. WTI kostet im Moment 69,20 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert im Augenblick bei 74,11 US-Dollar pro Barrel.

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