Iran Entscheidung vorgezogen

Die Tatsache, dass US-Präsident Trump die Entscheidung über das Atomabkommen auf heute vorziehen wird, sorgte an den Ölbörsen für Gewinnmitnahmen.

08.05.2018 | Robby Erkmann

Der Showdown, der die Rohölpreise die letzten Wochen stark in die Höhe getrieben hat, wird daher wohl heute ein Ende nehmen. Präsident Trump wird laut neusten Infos um 20 Uhr deutscher Zeit seine Entscheidung und Maßnahmen veröffentlichen. Für den Monat April konnten die Preise um etwa 14 Prozent zulegen. Da die Entscheidung des US-Präsidenten weiter ungewiss ist, reagierten die Händler an den Börsen gestern mit Gewinnmitnahmen. Ein merklich geringeres Preisniveau konnte damit jedoch nicht erreicht werden. Die Entscheidung wird dann für zwei Szenarien sorgen können. Sollte das Abkommen beendet werden, können die Preise die nächsten Wochen weiter steigen, da es zu neuen Spannungen kommen wird. Andererseits können die Preise stark fallen, sofern die Entscheidung des US-Präsidenten wohlwollend ausfällt und es zu keiner Beendigung des Abkommen kommt.

Auf kurzfristiger Sicht hängt das Preisniveau daher von der Laune des US-Präsidenten ab, der immer wieder für Überraschungen gut ist. Auf der anderen Seite hat sich der Iran nochmal deutlich positioniert. Ruhani, der iranische Präsident sprach am Montag im staatlichen Fernsehen davon, dass die USA es bereuen würden, das Abkommen zu beenden. Der Iran werde enormen Widerstand zeigen, falls die USA den Iran weiter schwächen wollen und den iranischen Einfluss im Nahen Osten zu reduzieren, so der Präsident. Laut Ruhani ist der Iran auf alle Szenarien vorbereitet, sodass man sich keine Sorgen macht. Der Iran hat laut jetzigen Stand, das Atomabkommen erfüllt, weshalb es keinen Grund gäbe dieses zu beenden. Daher hofft der Iran wohl darauf, dass die übrigen Länder dem Atomabkommen treu bleiben.

Ölpreis also bei 80 US-Dollar?

Wenn es nach dem Willen von Saudi-Arabien geht spricht nichts dagegen, dass die Preise weiter steigen. Der hohe Rohölpreis spielt dem saudischen Königreich in die Karten, da der verkauf von Anteil des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco weiterhin aussteht. Mit den höheren Ölpreisen kann die Bilanz und damit der Verkaufserlös der Anteile deutlich gesteigert werden. Der stellvertretende iranische Ölminister hat sich zuletzt für einen Preis von 60 bis 65 US-Dollar pro Barrel ausgesprochen. Innerhalb der OPEC gibt es daher noch keine Einigkeit, wie mit dem Förderabkommen weiter verfahren wird. Es wird daher in den nächsten Wochen mehr Klarheit geben, wohin der Rohölpreis treiben wird.

Brent kostet heute Morgen 75,33 US-Dollar pro Barrel und liegt leicht im Minus. Ein Barrel WTI wird aktuell für 69,80 US-Dollar pro Barrel gehandelt und liegt ebenfalls leicht unter dem Eröffnungskurs. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat einen hohen Sprung nach Oben gemacht. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 69,06 Euro.

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