Ist das die Ölpreiswende?

Die Ölpreise an den Börsen sind deutlich gefallen. Hält der Trend an, kann Brent sogar unter die 80 US-Dollar Marke fallen, oder geht es wieder nach oben?

12.10.2018 | Robby Erkmann

Kurzfristig ist dafür unter anderem Hurrikan Michael verantwortlich, der ohne Ölbohrplattformen zu beschädigen, durch den Golf von Mexiko zog und dann auf US-Festland traf. Dort verschonte er auch die Raffinerieregionen, sodass die Rohölversorgung nicht beeinträchtigt wird. Einfluss auf das Verhalten der Endverbraucher hat der Hurrikan indes schon, doch oft kommt es nur zu einer Verschiebung des Rohölverbrauches. Insofern ist die Risikoprämie für Hurrikan Michael wieder ausgepreist worden, was die Ölpreise nach unten drückt. Zudem meldete sich Barkindo, der Vorsitzende der OPEC zu Wort. Dort verteidigte er die OPEC, indem er sagte, dass für die hohen Ölpreise Faktoren verantwortlich waren, die außerhalb des Einflusses der OPEC liegen. Die zuletzt rückläufigen Preisnotierungen sind Ausdruck der Unsicherheiten über das Wirtschaftswachstum, so Barkindo. Der IWF hatte die Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert. Selbigen Schritt plane auch die OPEC, da die Schwellenländer immer mehr Probleme bekommen, ihre Wirtschaft am Laufen zu halten. Indien importiert 80 Prozent des Ölbedarfes und hat durch die hohen Ölpreise deutlich höhere Kosten.

Reservekapazitäten sind zu niedrig

Doch die Versorgungsprobleme und sinkende Reservekapazitäten sind damit nicht aus der Welt geschafft. Barkindos Vision ist weiterhin, dass die OPEC und aktuelle sechs weitere Ölproduzenten in Zukunft dauerhaft zusammenarbeiten, um so stabile und marktgerechte Ölpreise anbieten. Damit setzt er Trump und den USA ein starkes Gegengewicht entgegen, die immer wieder einseitig Einfluss auf ölproduzierende Staaten, wie Saudi-Arabien, nehmen.
Barkindo, Chef der OPEC sieht als Preistreiber nicht die aktuelle Versorgungslage, sondern die Angst des Marktes, dass in Zukunft Nachfrageschwankungen nicht kompensiert werden können. Die Möglichkeit kurzfristig mehr Rohöl zu fördern, sofern der Markt dieses benötigt ist in den letzten Jahren stark reduziert worden. Aktuell belaufen sich diese Reserven auf 1,0 Mio. B/T, doch diese Reserven betrugen vor wenigen Jahren noch 15,0 Mio. B/T. Unvorhergesehene Zwischenfälle würden daher die Ölpreise stark steigen lassen, da man den Markt kurzfristig nicht ausgleichen kann.

Die Ölpreise sind im Tagesverlauf gestern deutlich gefallen. Das hat auch Einfluss auf den durchschnittlichen Heizölpreis in Deutschland gehabt. Dieser liegt heute bei 82,09 Euro pro 100 Liter Heizöl und ist damit um etwa 1,7 Euro gefallen. Die Preise für Rohöl liegen heute Morgen erstmal wieder höher. Brent kostet 81,25 US-Dollar pro Barrel und WTI wird für 71,77 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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