Kartellzusammenarbeit für immer?

Das OPEC-Kartell wurde gegründet, damit die Rohölproduktionsmengen gedrosselt werden. Nun bringt der saudische Energieminister eine neue Idee ins Spiel.

26.03.2018 | Robby Erkmann

Khalid al-Falih, der saudische Energieminister plant aktuell mit einer Zusammenarbeit der OPEC-Staaten und Nicht-OPEC-Staaten über 2018 hinaus. Doch dabei soll es nicht nur um eine stringente Weiterführung der Produktionskürzungen gehen, so wie bei Beginn des Förderabkommens. Sondern es ist eine generelle Kooperation geplant, die das Hauptziel hat, den Ölmarkt zu stabilisieren, egal in welcher Hinsicht. Das bedeutet, dass es auch eine Ausweitung der Fördermengen geben kann, sofern das Förderabkommen verlängert wird. Das Angebot müsse immer ausreichen, um die Nachfrage zu bedienen, so al Falih. Damit könnte der Markt dauerhaft durch das Kartell beeinflusst und geleitet werden.

Das vergangene Jahr war aufgrund der Zusammenarbeit sehr erfolgreich, sodass die weltweiten Ölreserven um etwa zwei Drittel reduziert werden konnten, sprach der saudische Energieminister. Dennoch werde es bis zum Ende dieses Jahres dauern, bis ein Marktgleichgewicht erreicht werden kann, da Länder wie Libyen, Nigeria, Kanada, Brasilien und die USA ihre Ölförderung ausgeweitet haben. Einen Preis von 70 US-Dollar pro Barrel, wie es zuletzt teilweise der Fall war, hält al-Falih für ungenügend, damit genug Investitionsgelder vorhanden sind, um mittelfristig Angebotsengpässe zu vermeiden. Damit wird wieder deutlich, dass Saudi-Arabien durchaus höhere Preisvorstellungen hat, auch wenn das bedeuten würde, dass die US-Schieferölindustrie noch stärker wachsen würde.

Ölpreise bei 70 US-Dollar

Die Nachrichtenlage in der letzten Woche hat die Ölpreise bis in den Bereich des 3-Jahreshoch gedrückt. Die US-Ölbestände überraschten die Trader positiv und im Weißen Haus gibt es besorgniserregende Veränderungen. Wirtschaftsexperten sehen das Atomabkommen mit dem Iran und den USA für nicht mehr haltbar. Der gemäßigte nationale Sicherheitsberater Herbert McMaster wird ab dem 9. April durch John Bolton ersetzt. Damit setzt Trump seinen Kurs fort, mehr und mehr Hardliner in seinen Reihen einzusetzen. Damit erhöht sich erneut die Wahrscheinlichkeit, dass die USA Sanktionen gegen den Iran beschließen. Das könnte dann auch die iranische Rohölförderung treffen und verringern. Die Situation spitzt sich daher weiter zu, weshalb die Ölpreise mittlerweile wohl eine Risikoprämie beinhalten.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt daher weiterhin in Schlagweite des Jahreshochs. Im Deutschlandschnitt zahlt man heute für 100 Liter Heizöl 64,01 Euro. Die Rohölnotierungen haben letzte Woche ebenfalls viel Boden gut gemacht. Brent kostet heute Morgen 70,24 US-Dollar pro Barrel. WTI wird im Augenblick für 65,54 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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