Kein Aufwärtspotential in Sicht

Zurzeit sehen Experten wenig Spielraum für steigenden Rohölpreise. Das bestätigt auch die Anzahl der Long-Positionen auf spekulative Ölkontrakte.

24.07.2018 | Robby Erkmann

Wenn mehr Long-Positionen als Short-Positionen am Markt gehalten werden, steht das dafür, dass die Trader vermehrt auf steigende Preise hoffen und wetten. Es wird also von steigenden Preisen profitiert, wenn man eine Long-Position hält. Aktuell sind die Wetten mit Long-Positionen für Brent so niedrig, wie seit einem Jahr nicht mehr.  Innerhalb einer Woche wurden über 93.000 Wetten auf mit Long-Positionen aufgelöst. Daher liegen die Wetten auf steigende Preise bei der Rohölsorte Brent bei etwa 415.000 Kontrakten und dieser Wert ist so niedrig wie seit Juli 2017 nicht mehr. Im Gegenzug dazu nahmen die Wetten auf fallende Preise mit Short-Positionen zu und stiegen um etwa 1.000 Kontrakte an.
Das verdeutlicht die Haltung der Experten, die derzeitig eher weniger von steigenden Preisen ausgehen. Kurzfristig dürfte sich an den Rohölpreisen derzeitig nicht viel ändern, sofern keine überraschenden Angebotsausfälle hinzukommen.

Ebenfalls für eine entspanntere Aussicht sorgt der Wechsel in die Contango Konstellation. Zuletzt wurde für kurzfristig verfügbares Rohöl mehr bezahlt, als für Liefermengen die in der Zukunft liegen. Diese Ausrichtung deutet dann auf einen knapper werdenden Markt hin. Denn die Käufer sind bereit für die knappe Ware Rohöl mehr zu bezahlen, um beliefert zu werden. Im Fachjargon nennt man das Backwardation. Diese Situation war bei Brent seit September letzten Jahres der Fall. Nun hat sich diese Konstellation gewandelt. Demnach sind Käufer für kurzfristige Lieferungen nicht mehr bereit mehr zu zahlen. Diesen Wandel nennt man Contango. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Versorgungslage am Markt besser wird und weniger knapp ist. Zuletzt war der Frontmonat noch 2,3 US-Dollar pro Barrel teurer, als Rohöl mit einem Liefertermin von 6 Monaten. Aktuell ist der Frontmonat 0,6 US-Dollar günstiger als Liefermengen mit Termin in 6 Monaten.

Sonst bleibt die Nachrichtenlage sehr ruhig und die Preise sind heute Morgen wenig verändert. Brent kostet im Moment 73,12 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI notiert aktuell bei 67,86 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte dürften damit noch den Vorstellungen der OPEC entsprechen, die einerseits keine Preise über 80 US-Dollar anstrebt und andererseits die Preise nicht unter 70 US-Dollar fallen lassen will. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland beträgt heute 68,47 Euro pro 100 Liter und ist erneut leicht gestiegen im Vergleich zum Vortag.

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