Keine Besserung in Sicht

Der Rohölpreis für Brent hat ein neues 3,5 Jahreshoch erreicht. Die Nachfrage nach Rohöl bleibt sehr hoch. Gleichzeitig nehmen die Risiken nicht ab.

24.04.2018 | Robby Erkmann

Mittlerweile schaltet sich der US-Präsident über Twitter ein, dem die hohen Ölpreise ein Dorn im Auge sind. So twitterte er, dass die Ölpreise nur durch künstliche Produktionskürzungen so teuer sind und man das nicht akzeptieren werde. Das konnten den Preisen zwar einen kurzen Dämpfer versetzen, doch die Wirkung verpuffte wieder. Einerseits sind die drohenden neuen Sanktionen der USA gegen den Iran ein maßgeblicher Grund für höhere Rohölpreise. Andererseits hat Trump keine Möglichkeiten gegen die Produktionskürzungen vorzugehen. Zwar kann das Wachstum der US-Schieferölindustrie die Preisrallye etwas eindämpfen, doch selbst hier gab es zuletzt einen kritischen Bericht. Demnach stößt das Wachstum der US-Schieferölindustrie langsam an seine Grenzen, da die Transportkapazitäten nicht so schnell ausgebaut werden können, wie es notwendig wäre. Zudem fehlen zunehmend Facharbeiter und Material, was die Produktion verteuert.

So wird der Markt aktuell sehr bullsihe eingeschätzt. Grund dafür ist der Blick Richtung OPEC und dem weiteren Vorgehen bezüglich der Verlängerung der Förderkürzungen. Gleichzeitig bleiben die aktuellen Risikoprämien bestehen, da die geopolitische Lage sich nicht verbessert hat, auch wenn diese im Moment nicht im Fokus der Märkte steht.

Ölnachfrage explodiert

Die Nachfrage nach dem schwarzen Gold, ist laut Experten im ersten Quartal dieses Jahres so stark gestiegen, wie seit 2010 nicht mehr. Darüber hinaus sinken die Rohölbestände, was die OPEC darin bestätigt, die Förderkürzungen weiter zu führen. Zumal das Ziel der OPEC und Nicht-OPEC Staaten die Bestände auf den 5-Jahresdurchschnitt zu senken, noch nicht erreicht wurde. Händler vermeiden daher aktuell Gewinne mitzunehmen und bleiben mit der Preisspekulation auf Long-Position ausgerichtet.

Dass der Iran, laut einem Kommentar des iranischen Ölministers, die Produktionskürzungen als unnötig erachtet, ist kaum relevant. Maßgeblich für das weitere Vorgehen des Kartells sind die Vorgaben von Saudi-Arabien und Russland, den beiden größten Produzenten des Kartells. Der Iran führt als Grund an, dass die Förderkürzungen durch die Wirtschaftskrise in Venezuela um 149 Prozent eingehalten werden. Außerdem sei der Markt weiterhin unterversorgt, weil die Nachfrage stärker wächst als angenommen.

Die kritische Einstellung des Irans kann die Preise aber nicht beeinflussen. Brent kostet heute Morgen 75,04 US-Dollar pro Barrel. WTI notiert im Augenblick bei 69,14 US-Dollar pro Barrel. Beide Notierungen konnten im Vergleich zu gestern nochmal ordentlich zulegen. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 66,37 Euro pro 100 Liter und ist damit im Bundesdurchschnitt auf ein neues Jahreshoch geklettert.

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