Keine neuen Eskalationen im Iran

Die Proteste im Iran weiten sich aktuell wohl nicht aus. Wie genau die Lage ist, kann nur schwer beurteilt werden, da die Medien stark eingeschränkt sind.

03.01.2018 | Robby Erkmann

Die Regierung hatte zuletzt das Filmen der Demonstrationen verboten, sodass es nur vereinzelte Handyvideos gibt. Journalisten dürfen ebenfalls nicht an den Demonstrationen teilnehmen. Durchdringen konnte allerdings, dass es teilweise zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen ist, was auch die Berichte über die Todesopfer bestätigen. Die iranische Rohölförderung ist bisweilen noch nicht von den Protesten betroffen. Ein sich entfaltender Bürgerkrieg würde die Ölindustrie wohl dann doch treffen. Mit 3,8 Mio. B/T gehört der Iran zu einen der größten Rohölproduzenten. Die Entwicklung wird daher weiter sehr genau beobachtet, da ein größerer Ausfall der Ölförderung immensen Einfluss auf die Ölpreisbildung hätte. Die fundamentale Ausgangslage weiterer Preissteigerungen hat sich daher vorerst nicht weiter verschärft.

Infolge der Wiederinbetriebnahme der Forties Pipeline in der Nordsee sollte der hohe Preisunterschied von etwa 6 US-Dollar zwischen Brent und WTI zurückgehen. Die Experteneinschätzungen sehen Preisdifferenzen von zwei bis vier US-Dollar pro Barrel für realistisch. Die Ölpreise am heutigen Morgen stehen bisher leicht im Minus, ohne größere Kurseinbußen zu verzeichnen. Ein Barrel WTI kostet aktuell 60,32 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent notiert im Augenblick bei 66,49 US-Dollar pro Barrel. Der in Deutschland durchschnittliche Heizölpreis ist leicht gefallen und liegt heute bei 63,67 Euro pro 100 Liter.

Ölförderung in Russland 2017 gestiegen

Die Meldung, dass Russland im vergangene Jahr mehr Öl gefördert hat überrascht die Marktteilnehmer, da sich Russland als nicht OPEC-Staat dem Förderabkommen freiwillig unterworfen hat. Daher sollte die russische Ölförderung zur Basisförderung, ab Beginn des Abkommens im Oktober 2016, etwa 300.000 B/T weniger Rohöl fördern, zumal das Abkommen zwischenzeitlich immer wieder verlängert wurde. Alexander Nowak, der russische Energieminister beteuerte in der Vergangenheit immer wieder, dass die Umsetzung der Förderkürzungen beachtet werden. Das russische Energieministerium gab nun die Werte für 2017 bekannt. Im vergangenen Jahr wurde 0,1 Prozent mehr Rohöl gefördert als im Jahr zuvor. Die russische Ölförderung stieg somit auf Jahressicht zum neunten Mal in Folge. Mitverantwortlich für das hohe Förderniveau 2017 soll zudem die starke Produktionssteigerung im Jahr 2016 gewesen sein. Hierdurch wurde Anfang 2017 noch über 11 Mio. B/T Rohöl gefördert, sodass die Jahresdurchschnittsförderung entsprechend angehoben wurde.

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