Keine weiteren Preissteigerungen

Die Zahlen zur Ölbestandsveränderungen lieferten keine neuen Impulse, sodass die neuen Allzeithochs an der Börse, nicht weiter anstiegen.

05.01.2018 | Robby Erkmann

Die US-Bestandszahlen zur abgelaufenen Woche meldeten einen deutlichen Abbau bei den Rohölbeständen. Diese fielen um 7,4 Mio. Barrel, was auf zwei Ursachen zurückzuführen ist. Zum einen verringern die Raffinerien für den Jahresabschluss ihre Bestände, um die Steuerlast zu senken. Daher betrug die Raffinerieauslastung 96,7 Prozent. Andererseits sanken die Importe von Rohöl, bei gleichzeitig höheren Exporten, sodass die Rohölbestände zusätzlich in Anspruch genommen wurden. Dieser eindeutig bullishe Aspekt wird durch die Bestandsaufbauten bei den Produkten durchkreuzt. Insgesamt ging die Nachfrage nach Ölprodukten auf 19,95 Mio. B/T zurück, bleibt aber auf einem angemessenen Niveau. Doch die Nachfrage bei Benzin und Destillaten ging um jeweils 0,835 und 0,738 Mio. B/T zurück. Das begründet auch die hohen Bestandsaufbauten bei Benzin und den Destillaten von je 4,8 und 8,9 Mio. Barrel. Dies ist ein wenig verwunderlich, da die aktuelle Kältewelle in den USA eigentlich für eine exorbitante Nachfrage sorgt. Wie von Experten erwartet stieg die Rohölförderung in den USA wieder an und legte um 28.000 B/T zu. Anscheinend war die geringere Rohölförderung der Vorwoche in den USA nur ein Ausrutscher. Die Zahlen heben sich daher gegenseitig auf, sodass die Wirkung auf dem Markt begrenzt ist.

Die Ölnotierungen an den Börsen stehen heute Morgen im Minus. Brent kostet mit 67,64 US-Dollar pro Barrel, etwa 0,62 Prozent weniger. Die amerikanische Sorte WTI liegt ungefähr 0,35 Prozent unter den Eröffnungskursen und kostet 61,67 US-Dollar pro Barrel. Mit 64,33 Euro pro 100 Liter konnte der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland, im Verglich zu gestern wieder etwas zulegen.

Prognose zur OPEC-Produktion

Das Beratungsunternehmen JBC Energy schätzt die Ölförderung der zwölf OPEC-Mitglieder im Dezember höher ein. Zum Vergleichsmonat November soll die Ölproduktion um 85.000 B/T gestiegen sein und läge damit insgesamt bei 29,785 Mio. B/T. Saudi-Arabien soll davon etwa 50.000 B/T zugesteuert haben, doch eine höhere Förderung war zuletzt auch von der irakischen Regierung bekanntgegeben worden. Trotzdem bleiben die Gesamtvorgaben der OPEC mit 124 Prozent, weiterhin deutlich über der erwarteten Zielvorgabe. Im Vormonat November lag die Einhaltungsquote noch bei 131 Prozent.

Derweil werden die hohen Ölpreise, wohl zu einem deutlichen Anstieg der US-Bohraktivität führen. Zuletzt stagnierte die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen. Eine Umfrage der Federal Reserve Bank von Dallas unter Managern aus der US-Ölindustrie stützt die Vermutung, einer steigenden Bohraktivität. Demnach gaben 42 Prozent der befragten Manager an, bei Preisen von 61 bis 65 US-Dollar, die Anzahl der aktiven Bohranlagen deutlich zu erhöhen. 31 Prozent der befragten Manager gaben an, dass ab einem Preis von 66 US-Dollar pro Barrel die Investitionen ebenfalls merklich zunehmen könnten. Wie immer, macht sich eine Veränderung der Bohraktivität nach etwa sechs bis neun Monaten auf die Rohölförderung bemerkbar.

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