Konflikt im Iran wird zur Chefsache

Präsident Trump hatte zuletzt angekündigt, neue Sanktionen gegen den Iran zu verhängen. Ziel sei es, die Regierung stärker unter Druck zu setzen.

04.01.2018 | Robby Erkmann

In einem Land, das stark vom Öl anhängig ist, könnte so die Armut weiter verschärft werden. Ob die Strategie, einer Destabilisierung der aktuellen Regierung wirklich aufgeht sei dann ungewiss. Es könnte auch dem aktuellen Regime in die Karten spielen und die westlichen Mächte, als Schuldigen für die wirtschaftliche Flaute anprangern. Außerdem könnte auch das Atomabkommen ins wanken geraten, da zuletzt wieder an Stabilität gewonnen hat. Diese Maßnahme könnte daher in ganzer Linie die Beziehungen zum Iran verschlechtern. Die Risikoprämie dürfte infolge dieser Neuigkeiten steigen und die Preise an den Ölbörsen weiter stützen.

Stützend bleibt auch die Kältefront in den USA. Enorme Minusgrade führen zu einem stark erhöhten Energiebedarf, sodass die Ölnachfrage der Kraftwerke deutlich zugenommen hat. Gleichzeitig werde wohl in Teilen New Englands das Öl knapper, sodass die Importe stark zugenommen haben. Für die Ostküste wurde in der letzten Woche ein 60 prozentiger Importanstieg gemeldet. Die Analysten von JBC sehen für den Monat Januar eine höhere Nachfrage von 90.000 B/T, da auch die Privathaushalte deutlich mehr Ölprodukte zum Heizen benötigen.

Insofern machte der Preis für die amerikanische Sorte WTI einen deutlichen Sprung nach oben und liegt mit 61,91 US-Dollar pro Barrel, nun fast bei 62 US-Dollar und konnte den Abstand zur 60 US-Dollar Marke deutlich vergrößern. Ebenfalls etwa 2 US-Dollar teurer als gestern, ist die Nordseesorte Brent. Diese liegt im Augenblick bei 68,02 US-Dollar pro Barrel und läuft weiter auf die 70 US-Dollar Marke zu. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland stieg ebenfalls an und liegt nun über 64 Euro. Für 100 Liter Heizöl wird im Durchschnitt nun 64,08 Euro bezahlt.

Irak kompensiert eigene Ölausfälle

Der Konflikt mit der semiautonomen Region Kurdistan führte zu einem Eingreifen des Militärs und der Abschaltung der Kirkuk Pipeline, die das Rohöl aus der nördlichen Region zu dem türkischen Exporthafen Ceyhan transportieren sollte. Die dadurch verlorenen Exporterlöse werden nun teilweise ausgeglichen, indem die Exportmengen im Süden weiter angehoben werden. So stiegen die Exporte von den Häfen der Provinz Basra im Dezember auf ein neues Rekordhoch von 3,535 Mio. B/T. Die vorherige Rekordmarke wurde im Dezember 2016 aufgestellt und betrug 3,51 Mio. B/T. Aus dem irakischen Ölministerium heißt es dazu, dass die höheren Exporte, die verlorenen Exporte aus der Region Kirkuk in Kurdistan kompensieren sollen. Größeren Einfluss auf die Ölpreisnotierungen hat diese Meldung aufgrund anderer, viel wichtigeren Faktoren bisher nicht. 

Derweil arbeiten die Rohölverladungen im Iran, trotz der Konflikte, ohne Beeinträchtigung. David Madden von CMC Markets rechnet unterdessen nicht mit einem stärken Preisrückgang an den Ölbörsen, weil die Situation im Iran aktuell zu unruhig und unvorhersehbar ist. Er schätzt, dass der Preis für WTI oberhalb der 60 US-Dollar Marke bleiben wird, solange die Spannungen im Iran nicht signifikant zurückgehen und ein Ende in Sichtweite ist. Das neue Jahr startet daher überraschend bullish, denn normalerweise rechnen die Experten zu dieser Jahreszeit mit fallenden Ölpreisen.

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