Markt ignoriert US-Bestandszahlen

Die am Donnerstag bekanntgegeben Veränderungen zu den US-Bestandszahlen haben auf die Ölpreise keine Auswirkung. Das Augenmerk liegt derzeit woanders.

13.04.2018 | Robby Erkmann

So wurde erwartet, dass die Rohölbestände wieder sinken, doch das API meldet einen Aufbau von 1,8 und das DOE einen Aufbau von 3,3 Mio. B/T. Grund dafür ist diesmal eine ungünstige Entwicklung bei den Im- und Exporten. So stiegen die Rohölimporte um 5,3 Mio. Barrel auf Wochensicht und die Exporte sanken um 6,8 Mio. Barrel. Die Bestände bei den Produkten sind ebenfalls bearish zu Werten. Der Fokus liegt mittlerweile bei den Benzinbeständen, die um 0,5 Mio. Barrel gestiegen sind. Hinzu kam, dass die Gesamtnachfrage stark abgenommen hat und nur noch bei 19,812 Mio. B/T liegt. Außerdem soll die US-Rohölförderung ein neues Rekordniveau erreicht haben. Laut DOE stieg die Rohölförderung um 65.000 B/T und liegt aktuell bei insgesamt 10,5 Mio. B/T. All diese Werte sind letztendlich bearish, aber wurden vom Markt kaum beachtet, da die Preise zurzeit vom geopolitische Geschehen in Syrien beeinflusst werden.

Wan steigen die Rohölpreise weiter?

Die aktuelle Eskalationsstufe im Syrienkonflikt ist vom Markt durch eine Risikoprämie eingepreist, weshalb die Aufwärtsdynamik gestern zum erliegen kam. Die Töne wurden zudem etwas milder. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders betonte, dass ein Militärschlag gegen Syrien eine Option sei, aber nicht die einzige Option. Via Twitter meldete sich Präsident Trump zu Wort, wonach ein Militärschlag sehr bald oder überhaupt nicht so bald erfolgen kann. So sorgte am gestrigen Tage ein leicht teurerer US-Dollar zwischenzeitlich für leicht günstigere Rohölpreise.

Erst ein tatsächlicher Militärangriff auf syrische Militäreinrichtung könnte wohl dafür sorgen, dass die Rohölpreise wieder anziehen werden und neue Jahreshochs erreichen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Preise wieder fallen, sofern die Situation etwas ruhiger wird. Die Warnung von Europol, der europäischen Luftüberwachung, dass es durch Raketen in den nächsten 72 Stunden zu Störungen kommen kann, läuft heute aus. Demnach müsste ein Angriff heute Erfolgen, sollte dieser ausbleiben, wäre dies ein bearishes Signal. Frankreich und die USA haben unterdessen Kriegsschiffe in Stellung gebracht. Gleiches hat auch Russland umgesetzt. Aus dem Stützpunkt Tartus ist eine Kriegsflotte ausgelaufen. Es bleibt ein Pulverfass, wenngleich die Rohölpreise nur auf noch gefährlichere Entwicklungen reagieren werden.

Die Nordseesorte Brent kostet aktuell 71,92 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI notiert zurzeit bei 66,98 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte liegen etwas tiefer, als zur Eröffnung heute Morgen. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat ebenfalls leicht nachgelassen. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 65,82 Euro.

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