Mittelfristiger Ausblick negativ

Die Strukturkurve der Börse zeigt, dass kürzere Rohöllieferungen günstiger sind, als Lieferungen mit längerer Laufzeit. Die Überversorgung hält somit an.

28.11.2018 | Robby Erkmann

Diese Situation wird auch Contango genannt und deutet darauf hin, dass die Versorgungslage vorerst so gut bleiben wird. Grundsätzlich wird die Ölnachfrage zum Jahreswechsel schwächer, sodass die Marktlage sich wohl kaum verknappen wird. Der Frontmonat Januar ist aktuell 0,70 US-Dollar günstiger als der Kontrakt für Januar. Bedenken, dass der Rohölpreis in Richtung 100 US-Dollar steigt sollten damit vollends abgelöst sein. Doch noch vor kurzem hatten viele Analysten vor einer Preisrallye, die in diese Preiszone vordringt gewarnt. Anfang November kam aber alles anders, sodass die Rohölpreise um bis zu 30 Prozent an Wert verloren hatten. Die Gesamtsituation ist mittlerweile als neutral einzustufen. Größere Preisnachlässe dürften erstmal unwahrscheinlich bleiben, ebenso ein Preisanstieg.
Der G20 Gipfel könnte aber neue Impulse liefern. Positiv für die Ölpreisentwicklung wäre ein Näherkommen zwischen den USA und China im Handelskonflikt, der das weltweite Wirtschaftswachstum schwächt. Dann wäre noch das bald anstehende OPEC-Treffen in Wien ein Lichtblick. Ob damit eine Kehrtwende bei den Ölpreisen eingeläutet wird, ist noch unsicher. Zurzeit kursieren Kürzungsvorhaben von 1,0 bis 1,4 Mio. B/T durch die OPEC in den Medien. Experten zweifeln jedoch, ob diese Mengen ausreichen, um den Ölmarkt derart zu verknappen, um mittelfristig mit steigenden Ölpreisen planen zu können.

Rohöl ist zu günstig

Das ist die Kernaussage vom Leiter der Rohstoff-Sparte der US-Bank Goldman Sachs. Er hält Produktionskürzungen für sinnvoll und ist damit genau anderer Meinung als US-Präsident Trump. Ein attraktiver Ölpreis ist laut Jeff Currie in der Spanne von 65 bis 70 US-Dollar pro Barrel. Damit schließt er auch die US-Ölindustrie ein. Dieses Niveau ist für Verbraucher nicht zu teuer und für Ölproduzenten nicht zu billig. Würden die Ölpreise dauerhaft so niedrig bleiben, sind hochverzinsliche Schuldemissionen, die am Energiesektor gekoppelt sind belastet. Der Kreditmarkt würde empfindlich getroffen werden und eine Kettenreaktion auslösen, so die Kernaussage von Jeff Currie.
Der durchschnittliche Heizölpreis ist heute auf 73,86 Euro gefallen und weist damit seit nunmehr 15 Tagen infolge Preisnachlässe auf. Die Ölpreise bleiben weiterhin ohne große Preisdifferenzen. Ein Barrel Brent kostet heute Morgen 61,04 US-Dollar. Die Sorte WTI wird im Moment für 52,36 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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