Neue Angst um Handelskrieg

Zuletzt gab es positive Nachrichten über eine Annäherung von China und den USA im Konflikt um Strafzölle. Nun hat China, ebenfalls Strafzölle verhängt.

03.04.2018 | Robby Erkmann

Damit werden Trader wieder vorsichtig, da Strafzölle das Nachfragewachstum treffen, steigt die Angst, dass die Überversorgung am Markt bestehen bliebt. In den aktuellen Rohölpreisen ist die Erwartung, dass im Jahresverkauf eine Unterversorgung eintritt, eingepreist. Eine andere Entwicklung am Markt birgt daher großes Abwärtspotential für die Preise, denn viele Trader haben aktuell auf steigende Preise spekuliert. China hat nun auf 128 Landwirtschaftsprodukte aus den USA Strafzölle eingerichtet. Das Volumen, über 3 Mrd. US-Dollar bleibt aber gering. Experten sehen darin vielmehr einen Warnschuss. Insofern können sich beide Länder weiter annähern, wenn Trump die Ankündigung weitere Strafzölle im Volumen von 60 Mrd. US-Dollar nicht verwirklicht. Die Verwerfungen an den Ölbörsen können sehr groß sein, da China das Land mit dem höchsten Ölnachfragewachstum ist und die USA der größte Rohölverbraucher der Welt ist.

Derweil hat der Irak eine Ankündigung zu neuen Produktionssteigerungen gemacht. So hält der Irak die aktuellen Produktionskürzungen des OPEC-Kartells ein und fördert aktuell etwa 4,44 Mio. B/T. Die Kapazitätsgrenze liegt aktuell bei 5 Mio. B/T. Diese Grenze soll bis zum Jahr 2022 auf 6,5 Mio. B/T ausgebaut werden, wie es im aktuellen Beschluss der Regierung in Bagdad heißt. Für anstehende Verhandlungen, über eine Verlängerung der Förderkürzungen über 2018 hinaus bedeutet das nichts Gutes. Der Druck innerhalb der OPEC wird steigen, denn das Geld, was der Irak in den Ausbau investiert, muss durch Mehreinnahmen wieder eingespielt werden. Demnach dürfte der Irak ein großes Interesse haben, dass die Fördergrenze hochgesetzt wird. Doch wenn der Irak mehr Rohöl fördern dürfte, müssten andere Staaten weniger Rohöl produzieren, damit das Förderniveau des Kartells konstant bleibt. Das dürfte für viele anstrengende Diskussionen sorgen.

Die vielseits belastenden Meldungen und ein geringeres Handelsvolumen, durch den gestrigen Feiertag sorgten dafür, dass die Rohölpreise deutlich niedriger sind, als vor dem langen Osterwochenende. Ebenfalls nachgegeben haben die Aktienmärkte, die verunsichert reagierten auf die Entwicklung der Handelsbeziehung zwischen China und den USA.

So kostet ein Barrel Brent im Moment 68,01 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI notiert aktuell bei 63,31 US-Dollar pro Barrel. Beide Rohölsorten liegen etwa 0,7 Prozent über den Eröffnungskursen. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 64,31 Euro pro 100 Liter und hat sich im Vergleich zu Donnerstag leicht erhöht.

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