Neues Rekordhoch erreicht

Obwohl eine Entscheidung zum Iran Konflikt noch aussteht, stiegen die Rohölpreise am Freitag auf ein Neues 3,5 Jahreshoch. Grund dafür ist wohl Venezuela.

07.05.2018 | Robby Erkmann

Venezuela kommt aus der Krise nicht mehr heraus. Eine hohe Arbeitslosigkeit und extreme Inflationsraten lassen die Bevölkerung immer unruhiger und unzufriedener werden. Innenpolitisch gibt es oft Zusammenstöße mit der Bevölkerung und der Polizei. Sollte die Rohölförderung nicht vollends kollabieren, muss eine Kehrtwende geschafft werden. Danach sieht es im Augenblick jedoch nicht aus. Anfang 2017 lag die Rohölförderung in Venezuela noch bei ungefähr 2,0 Mio. B/T. Aktuell werden nur noch 1,5 Mio. an Rohöl gefördert, mit absteigender Tendenz. Nun gibt es auch erste Engpässe bei der Auszahlung der Arbeitslöhne in der Ölindustrie. Das verbessert nicht die Arbeitsmoral und kann daher zu noch größeren Einbußen bei der Rohölförderung führen. Francisco Monaldo von der Rice Universität befürchtet, dass du Rohölförderung bis zum Ende des Jahres unter der 1,0 Mio. B/T Marke liegen könnte. Gleichzeitig werden private Investoren immer nervöser. ConocoPhillips zieht nun Vermögenswerte aus dem staatlichen Ölkonzern PDVSA ab. Es werden wohl noch weitere Rückschläge erfolgen, die den Ölpreis an den Börsen stützen, da sich die Versorgungslage weiter verknappt, sofern Venezuela keine Lösung für die Staatskrise findet.

Kein Aufbau von Rohölvorräten

Saisonalbedingt werden im Frühjahr mit zunehmender Raffinerieauslastung die Rohölläger gefüllt, um für die starke Sommernachfrage vorzusorgen. Dieses Jahr blieb diese Entwicklung aus, sodass die Versorgungslage weiterhin als knapp gilt. Viele Analysten hatten im Vorfeld andere Einschätzungen abgegeben und schätzen den Markt daher weniger knapp ein. Noch knapper kann der Markt werden, wenn die aktuellen Befürchtungen zur US-Schieferölindustrie tatsächlich eintreffen. Bisher wird davon ausgegangen, dass es weiter hohe Wachstumsraten gibt, die die Versorgungslage deutlich entspannen. Doch neusten Erkenntnissen, bestehen strukturelle Probleme, da das Pipelinesystem in den Schieferölregionen nicht so schnell wächst, wie die Rohölförderung. Demnach kann wohl schon zum jetzigen Zeitpunkt nicht das gesamte Rohöl, das auch gefördert wird, abtransportiert werden.

Im Zusammenhang mit den Neuigkeiten aus Venezuela machten die Rohölpreise am Freitag einen deutlichen Sprung und liegen auch heute Morgen wieder höher. Brent kostet im Moment 75,43 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI liegt im Augenblick bei 70,35 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 67,53 Euro pro 100 Liter. Im Hinblick auf die aktuellen Rohölpreise und den kurzfristigen Ausblick, wird der Heizölpreis in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht signifikant fallen.

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