Ölmärkte bleiben in Sorge

Der Handelsstreit zwischen den USA und China, sowie das Aufkündigen des Atomabkommens mit dem Iran lassen die Ölpreisprognosen nur schwer abschätzen.

13.08.2018 | Robby Erkmann

Die Experten sind weiterhin besorgt, dass die USA und China im Handelskonflikt keinen Kompromiss finden und das Ölnachfragewachstum darunter leidet. Im neusten Monatsreport der IEA spielt der Umstand eine große Rolle, sodass vor einer sinkenden Nachfrage zum Jahresende, oder Jahresanfang 2019 hingewiesen wird. Das Ölnachfragewachstum soll,  laut dem neusten Bericht  im Gesamtjahr 2019 stärker ansteigen, als bisher gedacht. Die IEA hob das Nachfragewachstum um 0,1 Mio. B/T auf 1,5 Mio. B/T an. Die US-Bank Goldman Sachs bleibt dagegen weniger sorgenvoll und schätzt die Gesamtsituation am Ölmarkt unverändert bullish ein. Der Leiter des Bereichs Rohstoffanalyse verwies auf die anhaltenden niedrigen Rohölbestände, die vermehrt auf Angebotsengpässe deuten. Der Umstand, dass Saudi-Arabien die Rohölförderung weniger stark angehoben hat, als bisher angenommen bekräftigt diese Einschätzung. Für etwas Entspannung hat eine Reaktion aus China gesorgt. Die chinesische Regierung hat vorerst darauf verzichtet, US-Rohölimporte mit einem Strafzoll zu belegen.  

US-Ölbohrung auf Rekordhoch

Unterdessen geht die Suche nach Rohöl in den USA unverändert voran. Baker Hughes hat für die vergangene Woche einen  Anstieg von zehn weiteren aktiven Ölbohranlagen verzeichnet. Mit insgesamt 869 aktiven Ölbohranlagen, sind so viele Anlagen im Einsatz, wie seit 3,5 Jahren nicht mehr. Damit scheint die Suche nach neuen Ölquellen auch bei dem aktuellen Preisniveau sehr rentabel zu sein. In Zeiten der niedrigen Rohölpreise hat die Schieferölindustrie die Grenzkosten stark reduziert und ist nun auch bei sehr niedrigen Ölpreisen wettbewerbsfähig.

Eine aktuelle Analyse der US-Regierung geht nunmehr davon aus, dass die iranischen Rohölexporte nicht vollkommen vermieden werden können. Die neuste Einschätzung ist wieder realistischer. So werden die iranischen Ölexporte, wie bei den letzten Sanktionen, auf ein Niveau von etwa 1,0 Mio. B/T abfallen. Damit fehlen dem Markt etwas ,mehr als 1,5 Mio. B/T, wenn man bedenkt, dass die iranischen Ölausfuhren  bei etwa 2,5 Mio. B/T lagen. Der Ölmarkt hat daher weiterhin einige Unsicherheitsfaktoren, die teilweise nur sehr schwer abgeschätzt werden können.

Heute Morgen liegen die Rohölnotierungen etwas tiefer. Brent kostet im Moment 72,55 US-Dollar pro Barrel.  Die amerikanische Sorte WTI notiert im Augenblick bei 67,46 US-Dollar pro Barrel.  Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 70,76 Euro pro 100 Liter.

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