Ölmarkt atmet durch

Mit Spannungen waren am Freitag die Ergebnisse der Trump Administration zur Verlängerung der Aussetzungen der Iran Sanktionen erwartet worden.

15.01.2018 | Robby Erkmann

Wie von den europäischen Spitzenpolitikern empfohlen und erhofft, verzichtete Trump auf ein aufkündigen des seit 2015 bestehenden Atomabkommens. Damit wird vermieden, dass die Rohölförderung des Irans infolge der Sanktionen wieder einbrechen würde. Prinzipiell ist dies eine bearishe Nachricht für die Ölpreise, die sich dennoch auf ihrem Niveau halten. Die Zahl der aktiven US-Ölbohranlagen feuert die Preisrallye ebenfalls nicht weiter an. Für letzte Woche wurde ein Anstieg von 10 Anlagen registriert. Die gesamte Anzahl aktiven US-Ölbohranlagen ist damit so hoch, wie seit Anfang September 2017 nicht mehr. Die US-Ölindustrie scheint damit auf die langanhaltenden hohen Ölpreise anzuspringen, was prinzipiell ebenfalls bearish ist.

Das Preisniveau bleibt heute Morgen unverändert. WTI kostet pro Barrel im Augenblick 64,11 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent notiert heute Morgen bei 69,83 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt am heutigen Tage bei 64,18 Euro pro 100 Liter.

Venezuela will Rohölförderung ausbauen

Einen massiven Ausbau der Ölförderung plant der wirtschaftlich stark angeschlagene venezolanische Staat. Im vergangenen Jahr sank die Durchschnittsförderung zeitweise um 50.000 B/T je Monat und fiel auf streckenweise 1,8 Mio. B/T. Aktuelle Produktionsdaten der Regierung beziffern die Rohölförderung auf etwa 1,9 Mio. B/T. Der Ölminister Manuel Quevedo gab in einem Interview bekannt, dass ein Ausbau der Fördermengen auf über 2,4 Mio. B/T für 2018 geplant sei. Der Ölminister sprach von einem Jahr der Erholung, nach einem historischen schlechten Jahr 2017. Doch die Wirtschaftskrise in Venezuela ist noch nicht ausgestanden und auch eine Staatspleite ist noch nicht fallabschließend abgewendet. Die Bevölkerung ist weiterhin sehr unzufrieden mit der Politik des Landes und bleibt mit Lebensmitteln und Medikamenten unterversorgt. Gleichzeitig bleibe die Inflation enorm hoch. Mit einer Zuspitzung der Lage könne die Ölförderung auch wieder sinken, sodass dem Markt die Kapazitäten des OPEC-Mitglied Venezuelas kurzfristig fehlen könnten.

Der Irak meldete über ihren irakischen Ölminister Jaber al-Luaibi, dass der Ausbau der Produktionskapazität dem Ende zulaufe. Der Irak hat damit die potentielle förderbare Menge auf 5 Mio. B/T gesteigert. Aktuell fördert der Irak 4,3 Mio. B/T und hält sich damit an dem Förderabkommen der OPEC. Dem Grunde nach ist die Meldung jedoch nicht preisfördernd, zumal der Irak ankündigte, das Abkommen weiter einzuhalten.

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