Ölpreis beeinflusst Heizkosten

Die deutschen Verbraucher haben nun seit etwa vier Jahren von sinkenden Heizkosten profitiert. In diesem Winter wird wohl der Gegentrend einsetzen.

28.09.2018 | Robby Erkmann

Grund war der Preisverfall des Rohölpreises an den Börsen in den letzten Jahren. Da die Ölpreise nun kräftig angezogen sind und auch ein stärkerer Rückgang vorerst nicht in Aussicht ist, werden die Energieanbieter ihre Endpreise erhöhen müssen. Im laufenden Jahr haben sich die Ölpreise um ungefähr 40 Prozent verteuert. Daher rechnen die Forscher des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung. Eine Berechnung von Check24 ergab, dass 2000 Liter Heizöl durchschnittlich 1421 Euro kosten und damit so teuer ist, wie seit 4 Jahren nicht mehr. Das DIW hat bereits die Erhöhung von 24 Grundversorger gemeldet, die im Durchschnitt sieben Prozent mehr für die Energieträger verlangen. Laut dem DIW werden 50 Prozent der Haushalte mit Erdgas und 26 Prozent mit Öl beheizt. Außerdem verfehlt die Bundesregierung ihr Ziel, die Energieeffizienz von Gebäuden deutlich zu reduzieren. Seinerzeit war 2008 angestrebt worden, den Wärmebedarf bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Bisher wurde nur eine Verbesserung von 4,5 Prozent erreicht. Damit ist das Ziel für 2020 so gut wie unerreichbar und die Verbraucher zahlen mehr Heizkosten, da intensiver geheizt werden muss. Dieser Winter kann damit ein teurer Winter werden, denn eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht.

Versorgungsengpässe bis 2019

Analyst Tilmann Galler von JP Morgen Asset Management meldete bevor die 80 US-Dollar Marke überschritten wurde, dass die Ölpreise auch  mit Erreichen dieser Widerstandsmarke weiter steigen werden. Edelmann von der HSH Nordbank teilt diese Einschätzung. Er schätzt, dass dem Markt etwa 200.000 B/T fehlen und die weltweiten Rohölbestände weiter sinken werden. Dabei sind diese ohnehin knapp, da die OPEC zuvor bewusst den Markt unterversorgt hatte, damit die hohen Rohölreserven abgebaut werden.
Die USA werden die Rohölförderung nicht so schnell steigern können, wie geplant da die Pipelinekapazität im Ausbau hinterherhängt. Erst im zweiten Halbjahr 2019 wird sich die Situation wohl entspannen. Hinzu kommt, dass Venezuela weiter ein Sorgenkind bleibt. Wurden vom südamerikanischen Staat einst etwa 3,0 Mio. B/T an Rohöl zu Tage gefördert, dürfte die aktuelle Rohölförderung bei 1,0 Mio. B/T geben. Zuverlässige Berichte sind nur schwer zu erlangen, in dem politisch unstabilen Staat. Marktexperten haben Angst, dass die dortige Ölförderung und Industrie vollends Kollabiert und auf null fällt. Damit wäre der Markt noch stärker unterversorgt und die Folge wäre weiter steigende Rohölnotierungen.

Die Lage am Ölmarkt ist damit so spannend wie seit viele Jahren nicht mehr. Der durchschnittliche Heizölpreis ist auf einem neuen Jahreshoch gesprungen. Im Bundesdurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl heute 78,53 Euro. Auch der Rohölpreis für Brent bleibt über der 80 US-Dollar Marke und kostet heute Morgen 81,73 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI notiert bei 72,30 US-Dollar pro Barrel und hat bisher ebenfalls keinen Preisrückgang verzeichnet

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