Ölpreis bleibt teuer

Bisher machen die Ölpreise keine versuche das Preisniveau nach unten zu durchbrechen. Dafür fehlen weiterhin die entsprechenden Nachrichten.

27.09.2018 | Robby Erkmann

Das Gegenteil ist eher der Fall. Denn hatte der Markt gehofft, dass die USA dazu bereit sind einen Teil ihrer strategischen Reserven freizugeben, wurde diese Hoffnung nun zerschlagen. Der US-Energieminister Rick Perry verkündete die Entscheidung der USA, dass die USA keine Absichten haben Einfluss auf den Ölpreis zu nehmen, indem die US-Ölreserven angezapft werden. Denn über den Teil, der  die Mindestreserven übersteigt, dürfen die USA frei verfügen, ohne die Zustimmung der IEA zu benötigen, die die Mindestmengen vorschreibt. Zwar wäre der Effekt nur kurzfristiger Natur gewesen und hätte die Ölförderung nicht gesteigert, doch nun verlassen sich die USA mehr und mehr darauf, dass die verbalen Attacken von Präsident Trump Wirkung zeigen.  Daher erklärte Perry, der Irak und Saudi-Arabien haben hohes Potential die Ölförderung anzuheben. Dabei nahm er den Irak in die Pflicht, die Probleme mit der halbautonomen Region Kurdistan zu lösen. So könnte kurzfristig 300.000 B/T mehr Rohöl dem Weltmarkt zu Verfügung stehen.

Dann hatte Indien angekündigt, sich den Sanktionen gegen den Iran durch die USA zu beugen. Ab November plant Indien die Einfuhren aus dem Iran komplett zu stoppen. Das trifft den Iran sehr hart, denn Indien ist nach China der zweitgrößte Abnehmer und ist nach Südkorea und Japan der dritte Importeuer, der die Ölimporte komplett einstellt. Im Jahresdurchschnitt hat Indien etwa 580.000 B/T aus dem Iran importiert. Diese Menge wird Indien nu anderweitig ausgleichen müssen, bei Exporteuren, die noch Kapazitäten haben. Mit einer solch strikten Einhaltungsquote viele Staaten hatten die Händler wohl nicht gerechnet. Wenn die Umsetzung tatsächlich so stattfindet, würden sich die iranischen Ölexporte bereits Anfang November unter 1,0 Mio. B/T befinden. Der Markt würde dann viel früher als erwartet, zusätzlich verknappt worden.

Handelsstreit macht Hoffnung

Für Analysten ist der Handelsstreit zwischen den USA und China ein Hoffnungsblick. Denn das Wirtschaftswachstum kann sich so verlangsamen und die Ölnachfrage dämpfen. Das würde dann die Versorgung mit Rohöl verbessern. Janet Kong vom britischen Ölkonzern BP rechnet daher im kommenden Jahr  die Ölpreise, die fallen werden, den diese Konstellation ist bisher nicht eingepreist. Eine gleiche Einschätzung zum Ölpreis hat auch Jan Edelmann von der HSH. Er rechnet damit, dass Brent im kommenden Jahr wieder Kurs auf die 70 US-Dollar Marke nehmen wird. Eine kurzfristige Preiserholung an den Börsen steht aber weiterhin einiges entgegen, sodass wohl über dem Winter die Ölpreise hoch bleiben werden.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat daher keine Richtungsänderung eingeschlagen. Mit einem bundesweiten Durchschnittspreis von 77,66 Euro pro 100 Liter bleibt das Preisniveau sehr hoch. Auch die Ölpreise liegen weiter auf hohem Niveau. WTI kostet aktuell 72,48 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte Brent notiert bei 82,27 US-Dollar pro Barrel.

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