Ölpreise auf 2-Monatstief

Die Notierungen an den Börsen sind gestern gefallen. Schuld daran sind die USA, die den Markt weiter verunsichern, allen voran Präsident Trump.

31.10.2018 | Robby Erkmann

Neuste Meldungen über die Entwicklung der Strafzölle zwischen China und den USA haben offenbart, dass die USA die Strafzölle noch weiter ausbauen wollen. Das würde das Wirtschaftswachstum noch stärker negativ beeinflussen und ebenso die Ölnachfrage reduzieren. Die US-Regierung wolle jedoch erst ein treffen zwischen Trump und dem chinesischen Kollegen Xi abwarten, um dann mögliche Maßnahmen zu beschließen. Das Treffen wird erst im November stattfinden, am Rande des G20-Gipfels. Zudem werden weiter steigende US-Rohölvorräte erwartet, die die Ölpreise an den Börsen belasten. Das API hatte für die vergangene Woche bereits eine Steigerung von 5,7 Mio. Barrel gemeldet. Die Zahlen des DOE folgen etwas später. Experten rechnen auch in den kommenden Wochen mit steigenden US-Rohölvorräten. Diese Woche wird daher wohl eher im Zeichen von unveränderten Ölpreisen stehen.

Die Nordseesorte Brent notiert heute Morgen bei 76,55 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI wird im Moment für 66,63 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Werte liegen heute Morgen leicht im Plus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist fast unverändert geblieben. 100 Liter Heizöl kosten heute 89,85 Euro. Der Heizölpreis bleibt weiter auf einen ungeahnt hohen Stand, da die Versorgungslage sehr knapp ist, durch die niedrigen Pegelstände.

Ungewöhnlich wenig Sorgen

Zurzeit herrscht am Markt eher sorgenfrei Stimmung. Erst Anfang Oktober lagen die Ölpreise auf einem 4-Jahreshoch. Aktuell beruhigt die weiter steigende Rohölförderung in Ländern wie den USA, Russland und Saudi-Arabien den Markt. Jedoch wird die Rohölförderung auch weiter sinken. Der Iran hat durch die beginnenden Sanktionen gegen die Rohölindustrie noch deutlich Spielraum nach unten. Venezuela befindet sich weiterhin in einer schweren Wirtschaftskrise. Dort sinkt die Rohölförderung kontinuierlich. Außerdem dämpfen die steigenden Rohölvorräte in den USA die Ölpreise. Diese Faktoren können aber schnell überlagert werden, sodass die Ölpreise wieder steigen. Analysten haben weiterhin sehr unterschiedliche Preisvorstellungen, weshalb verlässliche Preisvorhersagen sehr vage bleiben. Hinzu kommt, dass die Schwellenländer ebenfalls dafür verantwortlich sind, dass die Rohölversorgung aktuell etwas besser ist. Die abgewerteten Währungen der Schwellenländer machen Rohölimporte aktuell deutlich teurer für die Staaten, weshalb die Importe zurückgehen.

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