Ölpreise bleiben unvorhersehbar

Am gestrigen Feiertag sind die Ölpreise in den Keller gerauscht, obwohl in Kürze die Sanktionen gegen Ölindustrie des Irans in kraft treten.

02.11.2018 | Robby Erkmann

Kurz bevor es wirklich ernst für den Iran wird, hat Ruhani, der iranische Präsident, nochmal nach außen Stärke gezeigt. Er verurteilte die Sanktion als neue Ungerechtigkeit der Amerikaner. Der Iran fürchte die USA und deren Drohungen nicht, so Ruhani weiter. Er versprach dem iranischen Volk, alles Mögliche zu tun, damit die Auswirkungen für die Bürger so gering wie möglich bleiben. Gleichzeitig meldete der iranische Ölminister einen weiteren Erfolg, bei dem Verkauf von Rohöl. Demnach stehe ein Geschäft über 720.000 Barrel über eine eigene Handelsplattform bevor. Der Iran meldete vor einer Woche schonmal einen Erfolg bei dem Verkauf von 280.000 Barrel Rohöl über die Plattform. Durch diese Vorgehensweise will man die US-Sanktionen umgehen, indem die Herkunft des iranischen Rohöls verschleiert wird.

Doch allein diese Meldung kann nicht zu einem derart großen Preiseinbruch geführt haben. Für größerer Bewegungen am Ölmarkt waren wieder die USA verantwortlich. So wurde gestern Neuigkeiten über Ausnahmegenehmigungen der USA vermeldet. Demnach wird Indien die Ölimporte aus dem Iran um ungefähr 35 Prozent reduzieren müssen. Damit würden die Importe von etwa 430.000 B/T auf 280.000 B/T reduziert werden. Bevor die Sanktionen wieder eingeführt wurden, hatte Indien noch Pläne die iranischen Abnahmemengen auf 590.000 B/T zu erhöhen. Die indischen Öleinfuhren lagen im September mit 333.000 B/T schon sehr nahe am Zielwert. Gleiches gilt für Südkorea, die auch eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Südkorea kann damit wieder die Importe aufnehmen, da das Land die Importe aus dem Iran seit Juli komplett eingestellt hatte.

Nach dem gestrigen Kurssturz bewegen sich die Ölpreise an den Börsen kaum. Beide Referenzsorten liegen leicht im Minus. WTI kostet pro Barrel 63,38 US-Dollar. Brent wird heute Morgen für 72,58 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Ohne Veränderungen ist dagegen der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland. Getrieben von den klimatischen Begleiterscheinungen bleiben die Preise sehr hoch. 100 Liter Heizöl kosten heute im Bundesdurchschnitt 89,93 Euro.

Ölpreise auf 6-Monatstief

Neue Zahlen zu der weltweiten Rohölförderung haben die Abwärtspotentiale durch die Ausnahmegenehmigungen nochmals angetrieben. Die US-Rohölförderung soll laut EIA-Report um 0,3 Mio. B/T höher liegen als von der DOE geschätzt wurde. Außerdem liegt die libysche Rohölförderung bei über 1,25 Mio. B/T, was ebenfalls ein sehr hoher Wert ist. Reuters berichtet, dass die OPEC insgesamt so viel Rohöl fördert wie seit Dezember 2016 nicht mehr. Das würde die Exportausfälle in Venezuela und im Iran kompensieren, was auch erklärt weshalb die Ölpreise so stark nachgelassen haben.

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