Ölpreise erreichen neue Tiefs

Angesichts der überraschend guten Versorgungslage standen die Ölpreise stark unter Druck. Doch deutsche Verbraucher profitieren nur bedingt davon.

12.11.2018 | Robby Erkmann

Ende letzter Woche sind die Ölpreise nochmals abgesackt. Brent notierte zwischenzeitlich auf dem niedrigsten Stand seit April und WTI war so günstig wie seit Februar dieses Jahres nicht mehr. Die Grundkonstellation ist weiter bearish. Baker Hughes hat bei den aktiven Ölbohranlagen einen Anstieg um 12 Anlagen gemeldet. Damit stieg die Anzahl alles aktiven Ölbohranlagen auf 886 Stück. Das ist ein neues 3,5-jähriges Rekordhoch. Die US-Rohölförderung ist damit unverdrossen auf Wachstumskurs. Die Ölnachfrage schwächelt dagegen weiter und der Ausblick für 2019 ist ebenfalls verhaltender, als noch vor zwei Monaten. Die Deutschen Benzinpreise sind dagegen weiter sehr hoch, da die niedrigen Pegelstände der Flüsse die Transportkapazitäten massiv einschränken. Lieferzuschläge halten daher den Benzinpreis auf hohem Niveau.

Die Ausnahmegenehmigungen für einige Länder, weiter aus dem Iran Rohöl importieren zu dürfen, belastet den Markt schwer. Damit wirken sich die US-Sanktionen gegen den Iran weit weniger stark aus, als bisher befürchtet worden war. Hinzu kommt das überraschende Rekordförderniveau der USA. Gleichzeitig sind die Schwellenländer weiter in der Krise, sodass der Bedarf nach Rohöl nicht so schnell wächst wie bei vielen Prognosen erhofft.

Saudi-Arabien zieht Notbremse

Um die Rohölpreise zu beruhigen hat Saudi-Arabien auf dem Treffen der JMMC am Wochenende die Notbremse gezogen. Zwar habe die OPEC, laut Generalsekretär Barkindo die Vorgaben sogar zu 104 Prozent erfüllt, doch das kommende Jahr ist anders als gedacht. Die neusten Zahlen sagen voraus, dass das Ölangebot schneller wächst, als die Ölnachfrage. Der aktuelle OPEC-Präsident Mazrouei erklärte daher am Wochenende weiteren Produktionssteigerungen eine klare Absage. Außerdem deutete er an, dass die OPEC eine Überversorgung des Marktes nicht zulasse. Russland würde sich an möglichen Produktionskürzungen beteiligen, sofern die OPEC als Kollektiv eine Einigung erzielt. Nowak, der russische Energieminister schellte aber klar, dass es aktuell zu früh sei, um genau Schlussfolgerungen zu ziehen. Gleicher Meinung ist auch der saudische Ölminister. Doch Saudi-Arabien hat gleichzeitig angekündigt, im Dezember 0,5 Mio. B/T weniger Rohöl zu fördern. Damit bleibt Saudi-Arabien seiner Linie, als Meinungsführer treu und schafft für sich selbst sehr früh Fakten.

Daher wohl auch der heute Anzug der Rohölpreise. WTI kostet aktuell 61,05 US-Dollar pro Barrel und liegt fast zwei Prozent im Plus. Brent notiert fast 2,4 Prozent im Plus und wird im Moment für 71,55 US-Dollar gehandelt. Erfreulich ist, dass der durchschnittliche Heizölpreis heute bei 87,12 Euro pro 100 Liter liegt und damit über 2 Euro günstiger ist, als noch am Freitag.

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